Erkelenz: Projektes „schwer mobil”: Die Bewegungsfreude wecken

Erkelenz: Projektes „schwer mobil”: Die Bewegungsfreude wecken

Seit vier Jahren engagiert sich der Kreissportbund in dem NRW-weiten Projekt „schwer mobil”. Ziel ist es, Kindern mit Übergewicht die Freude an Bewegung und gesunder Ernährung zu vermitteln.

Die Aktion hat prominente Unterstützer wie den Judoka Andreas Tölzer aus Mönchengladbach. Mit 140 Kilo ist der selbst kein Fliegengewicht, aber dennoch sehr erfolgreich.

Zweimal hat der 32-jährige Schwergewichtler bei Weltmeisterschaften die Silbermedaille geholt, einmal war er bisher abgesehen von seinen neun deutschen Meistertiteln auch Europameister. Am Samstag besuchte er eine „schwer mobil”-Gruppe in der Turnhalle der Erkelenzer Luise-Hensel-Schule, um mit den Kindern zu toben und ihnen zu zeigen, dass auch „Brecher” wie er überaus erfolgreich sein können.

Das Eis bricht schnell

Die 15 jungen Teilnehmer staunten nicht schlecht, als der Hüne im weißen Judodress die Turnhalle betrat. Doch das Eis brach schnell, denn Tölzer wusste mit den Kleinen umzugehen. Er ist seit rund vier Jahren dabei und besucht regelmäßig die Trainingsstunden der Vereine, die an der Aktion teilnehmen.

„Ich will den Kindern zeigen, dass man auch als stämmiger Mensch aktiv und selbstbewusst sein kann”, betonte er, bevor es zum Aufwärmen und anschließenden Judotraining auf die Matte ging. Tölzel selbst begann mit 13 neben der Höhe auch in die Breite zu wachsen. Das Gefühl, beim Sportunterricht als Letzter gewählt zu werden, sei ihm nicht unbekannt.

Dabei sei Abnehmen nicht das primäre Ziel der Aktion, wie auch Anouk Laddach vom Kreissportbund betonte. „Es geht darum, den Kindern Selbstbewusstsein zu vermitteln und ihnen zu zeigen, dass es mehr gibt, als auf dem Sofa zu sitzen und zu naschen”, erklärte sie. „Deshalb ist es wichtig, dass sie sich hier ohne Scham und Hänseleien frei bewegen und Spaß dabei haben.”

Vier Sportvereine im Kreis machen bei „schwer mobil” mit. Neben dem ETV sind dies der TuS Birgden, der ASV Rurtal und der Budo Sportclub Geilenkirchen. In diesem Jahr nahmen insgesamt knapp 30 Kinder an den Trainings teil. „Das könnten sicher mehr sein”, räumte sie ein. Doch zuerst müssten die Eltern überzeugt werden, dass es eben nicht „normal” sei, wenn die Kleinen sich kaum bewegen und hauptsächlich von Süßem ernähren. Deshalb gehöre auch eine Ernährungsberatung zum Kursangebot. Darüber hinaus führten die Kinder ein Bewegungstagebuch. „Es reicht schon, dass sie Spaß daran bekommen, sich zu bewegen”, beschrieb Laddach das Ziel der Aktion.

Olympiade in London

Die Teilnahme koste zwar rund 200 Euro, doch würden bis zu 80 Prozent von den Krankenkassen erstattet, da es sich um einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung handele. Zumindest in der Luise-Hensel-Schule hatten alle sichtlich Spaß an der Sache. ihn auch schon auf ins nächste Trainingslager, denn derzeit steht natürlich die Olympiade in London auf dem Programm.