Wegberg: Projekt gegen Gewalt: Studenten begleiten Schul-Mitarbeiter

Wegberg: Projekt gegen Gewalt: Studenten begleiten Schul-Mitarbeiter

„Jungen haben es in unserer Gesellschaft schwerer” ist die Erkenntnis von Sozialpädagogen. Und sie erklären, dass sie auffälliger geworden sind. Auch im Kreis Heinsberg ist nach den Feststellungen von Ulla Sevenich-Mattar von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) an Schulen Leistungsverweigerung, geringe Frustationstoleranz und zunehmende Gewaltbereitschaft zu spüren.

Nun sind inzwischen in Nordrhein-Westfalen viele offene Ganztagsschulen etabliert, und neben Unterricht kommen weitere Aufgabenfelder für die Betreuungspersonen hinzu.

Die sollten aber so geschult sein, dass sie in der Lage sind, die Bedürfnisse und Interessen von Jungen ernst zu nehmen. Da ergab sich der Glückfall, dass Kristina Gisbertz, Necdet Alaca, Katharina Metzler, Friederike Bloch und Dirk Siera, alles Studentinnen und Studenten der Hogeschool Nijmegen, im Rahmen ihres Abschlussprojektes zum Bachelor „grundlegendes Wissen über psychologische und biologische Besonderheiten bei Jungen im vorpubertären Alter” zusammentragen wollten und bei der AWO, dem Jugend- und Schulamt des Kreises Heinsberg und der Offenen Erich-Kästner-Ganztagsgrundschule in Wegberg mit Schulleiterin Renate Eidems sowie der Koordinatorin für den Ganztagsbetrieb, Eva Küpper, offene Ohren fanden.

Die Studenten, die berufsbegleitend studieren und bereits in sozialen Berufsfeldern tätig sind, begleiteten die Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Schule und schulten sie. Ziel war die veränderte Wahrnehmung über das Verhalten von Jungen zwischen acht und zehn Jahren. Hilfreich war die Video-Interaktions-Begleitung.

Nun ist das Projekt beendet, die Ergebnisse sind schriftlich dargelegt. Als Fazit kommen alle Beteiligten zu der Erkenntnis, dass die Erfahrungen auch auf andere Ganztagsschulen übertragen werden können, weil sie ein Training für engagierte Teams darstellen. Im Gespräch mit der Schulleitung, zwei der Studenten, der Vorsitzenden der AWO-Betreuung „Spielend lernen” und den Vertretern des Schulamtes, Annette Maxheim, sowie Friedhelm Sieben vom Kreisjugendamt wurden die Beteiligten aber schnell grundsätzlich.

So wurde dargelegt, dass man auch im „Bereich Mädchen” tätig werden muss und Schule und Jugendhilfebereich stärker zusammenarbeiten sollten. Das Fehlen männlicher Erzieher wurde beklagt, auch die Tatsache, dass die Freiräume bei Jungen immer geringer werden.

Das Projektergebnis der Studierenden mit dem Ziel, die Mitarbeiter in den Offenen Ganztagsgrundschulen zu befähigen, positives Verhalten zu stärken, hat den Namen „Emils Training” wohl in Anlehnung an Erich Kästners „Emil und die Detektive” erhalten und ist auch weiteren Einrichtungen zugänglich. Die Erich-Kästner-Schule in Wegberg strebt auch in Zukunft eine Zusammenarbeit mit der niederländischen Hochschule an.

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