Aachen: Prinz verärgert Narren im Backenzahn

Aachen : Prinz verärgert Narren im Backenzahn

Erhebliche Nachwehen hat ein (Nicht-)Auftritt von Prinz Alwin I. (Fiebus) vor hunderten Jecken im Backenzahn ausgelöst. Dort waren der Narrenherrscher und sein Hofstaat zum Pfarrkarneval angereist - dann aber nach einem handfesten Krach auf der Bühne ausgepfiffen und ausgebuht worden.

„Wir hatten Probleme mit unserer Musikanlage, deswegen wollte der Prinz nicht singen und ist sang- und klanglos wieder abgezogen”, erklärte Sitzungspräsident Herbert Steins am Dienstag. „Dann ist er später wieder mit eigener Tonanlage zurückgekommen und hat eine blöde Bemerkung auf der Bühne gemacht - da kippte die Stimmung”, sagte er. „Ich bin stinksauer, so etwas habe ich in all den Jahren noch nicht erlebt”, ärgerte sich Steins.

Tanzpaar ohne Musik

Die technischen Schwierigkeiten hätten andere Bühnengäste mit der Unterstützung des Publikums bravourös überwunden, hieß es. Nina Dorschu vom Organisationskomitee St. Hubertus: „Professioneller waren die Prinzengarde und das Tanzpaar, die auch ohne Musik performten”, erklärte sie. Besonders die 4 Amigos hätten - ohne Playback - einen fantastischen Auftritt hingelegt. Gleiches gelte für die Brander Stiere. „Die waren absolut großartig. Aber über das Verhalten des Prinzen bin ich wirklich maßlos enttäuscht”, sagte sie.

Besonderes Lob zollten die Organisatoren und Gäste hingegen „der rechten Hand” des Prinzen, Gustl Brammertz. „Nur der Hofmarschall schaffte es, den Prinzen von seinem zweiten übereilten Abmarsch abzuhalten”, erklärte etwa Ria Rehfisch. Brammertz hatte die Wogen auf der Bühne geglättet und sprach am Dienstag gegenüber unserer Zeitung von einem Missverständnis: „Wir hatten unsere Tontechnik bereits zum nächsten Auftritt beordert und mussten diese erst zurückholen, um im Backenzahn unseren Auftritt erneut beginnen zu können”, sagte er.

„Das ist wirklich unglücklich gelaufen, weil die Jecken im Saal nicht über die Gründe unseres zweifachen Anlaufs informiert waren.” Am Ende sei die Stimmung jedoch wieder in Ordnung gewesen, erklärte Brammertz. Die Show des Prinzen mit vielen Stimmungsliedern - unterstützt von einem 33-köpfigen Team und einem erheblichen technischen Aufwand - sei sonst immer hervorragend angekommen.

„Peinlicher Vorfall”

Sitzungspräsident Herbert Steins von St. Hubertus will den „peinlichen Vorfall” beim Pfarrkarneval im Öcher Westen aber nicht unter den Tisch kehren. „Ich habe den Präsidenten des Aachener Karnevalsvereins, Dr. Werner Pfeil, über die Geschichte informiert und unseren Unmut deutlich zum Ausdruck gebracht”, sagte er. Gerade im Karneval müsse man doch mit Spaß bei der Sache bleiben - auch wenn technisch mal nicht alles glatt läuft, sagte er.