Kreis Heinsberg: Polizei will Raser stoppen und Einbrecher erkennen

Kreis Heinsberg: Polizei will Raser stoppen und Einbrecher erkennen

Unter dem Slogan „Raser stoppen, Einbrecher erkennen“ steht das Sicherheitsprogramm der Kreispolizeibehörde Heinsberg für die Jahre 2013 bis 2015, das Polizeidirektor Friedhelm Hinzen am Donnerstag bei einem Pressegespräch im Kreishaus vorgestellt hat. Als „strategische Behördenziele“ wurden die Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität und die Bekämpfung der Verkehrsunfälle mit Personenschäden genannt. Verstärkte Kontrollen sind angesagt.

Zahlen belegen, warum die Polizei ihre Schwerpunkte im Kampf gegen Einbrecher und Raser setzt. 830 Einbrüche (davon 284 Versuche) gab es im vergangenen Jahr im Kreisgebiet; im Jahr 2002 waren es 560 (davon 183 Versuche). „Ein deutlicher Anstieg“, wie Hinzen einräumte. Mit der Häufigkeitszahl von 326 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner liegt der Kreis über dem NRW-Wert (304). Auch die Aufklärungsquote sei mit 9,04 Prozent „zugegebenermaßen nicht berauschend“, sagte der Polizeidirektor.

Das nun erklärte Ziel bis Ende 2015: Die Zahl der Einbrüche soll auf unter 750 im Jahr gesenkt, die Aufklärungsquote auf über zwölf Prozent gesteigert werden. Auch die Zahl der Unfälle mit Personenschäden sei zuletzt wieder deutlich gestiegen: auf 926 im Jahr 2012. Es waren 16 Todesopfer zu beklagen, 222 Menschen wurden schwer, 971 leicht verletzt. Geschwindigkeit, Abbiegen und Wenden sowie Vorfahrt und Vorrang sind laut Statistik die Hauptursachen.

Mit der Häufigkeitszahl von 474,5 Verunglückten pro 100.000 Einwohner liegt der Kreis auch da über dem Landeswert (391,9). So gibt es ebenfalls mit Blick auf die Zahl der Unfälle mit Personenschäden klar formulierte Ziele: Sie soll bis Ende 2013 auf 850, bis Ende 2015 auf 800 reduziert werden.

„Nicht jeder Verkehrsunfall, nicht jeder Einbruch wird zu verhindern sein, aber wir können etwas erreichen“, erklärte der Polizeidirektor. Im Maßnahmenkatalog, der nach Hinzens Aussage seit Jahresbeginn umgesetzt wird, stehen vermehrte Kontrollen an ­erster Stelle. Raser gebe es im Straßenverkehr, Straftäter würden sich über die Straßen bewegen. Deshalb sehe die Polizei die Straße als ihren Aktionsraum an. Und alle Direktionen der Kreispolizeibehörde würden bei den Aktionen zusammenarbeiten. Während in der sogenannten dunklen Jahreszeit der Schwerpunkt bei den Kontrollen in der Einbruchsbekämpfung liege, aber der Verkehrsaspekt ebenfalls eine Rolle spiele, sei es in den anderen Monaten umgekehrt.

Erstellt wurde eine Ganzjahresplanung; eine Abstimmung erfolgt insbesondere mit benachbarten Polizeibehörden. Es sollen Kon­trollorte ausgewählt werden, die eine hohe Aufmerksamkeit bei den Bürgern erregen. Die polizeilichen Aktivitäten sollen mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit begleitet werden: So werden die Kontrollen weiterhin zum Teil angekündigt.

Appelle an die Bevölkerung sollen formuliert, Informationen zu den Ergebnissen der Kontrollen und zu erfolgten Festnahmen bekannt gegeben werden. Um den Druck zu erhöhen, wird es mehr Radar- und Laserüberwachung geben; ganztägige Alkohol- und Drogenkontrollen sind geplant. Präventionsmaßnahmen — wie der „Crashkurs“ an Schulen — werden fortgeführt. Etabliert wurde eine rund um die Uhr besetzte Kriminalwache, um Spurensicherung am Tatort und Aufnahme erster Hinweise zu gewährleisten. Die Polizei setzt auf mehr Hinweise aus der Bevölkerung über verdächtige Beobachtungen.

Der Polizeidirektor konstatierte für die ersten drei Monate dieses Jahres erfreulicherweise leicht zurückgegangene Einbruchs- und Unfallzahlen, sprach allerdings noch sehr vorsichtig von „ersten Tendenzen“. Ob dies bereits eine Folge umgesetzter Maßnahmen aus dem neuen Sicherheitsprogramm sei, könne noch nicht verlässlich bewertet werden.

(disch)