Kreis Düren: Polizei vermisst 300 Kreuzungen, um Unfallaufnahmen zu erleichtern

Kreis Düren: Polizei vermisst 300 Kreuzungen, um Unfallaufnahmen zu erleichtern

Handy am Steuer, Fahren ohne Anschnallgurt,... Der Strafzettelblock hätte am Ende eines Arbeitstages keine freie Seite mehr - wäre denn Zeit, um auf die Verstöße einzugehen. Doch Frank Heynen und seine Kollegen richten derzeit ihre Blicke auf die Straße selbst, nicht auf das Geschehen darauf.

Im Maßstab 1:200 legen fünf Polizisten einer Arbeitsgruppe detailliertere Skizzen von Kreuzungen im Kreisgebiet an.

Seit April sind die Beamten - ausgerüstet mit Lasermessgerät zur Entfernungsbestimmung, Kreide und Klemmbrett - am Rand des Straßenverkehrs zu beobachten. Doch warum eigentlich?

„Bei der Unfallaufnahme ging im Streifendienst zu viel Zeit verloren”, sagt Kommissar Holger Jäger. Zum Prozedere gehört es, genaue Skizzen vom Unfallort einzuzeichnen.

In mondlosen Nächten, bei Sturm und Regen oder unter Druck, wenn die nächsten Einsätze bereits auf die Beamten warten, ist das nicht immer mit der Akribie eines Kartographen möglich.

Zumal kaum ein Polizist ausgebildeter Straßenvermessungstechniker ist. Liegt die Unfallstelle noch an einer Kreuzung mit mehreren Einmündungen, sind drei Stunden Arbeit ein realistischer Ansatz.

Das soll sich in Zukunft dank der digitalen Erfassung ändern. „Wir messen derzeit 300 Unfallschwerpunkte und besonders komplizierte Kreuzungen aus”, berichtet Frank Heynen; 100 sogenannte Mutterskizzen sind bereits erfasst.

Künftig können die Kollegen im Streifendienst auf diese Skizzen zugreifen. Bis zum Abschluss der Vermessungsarbeiten sind die dafür fortgebildeten Beamten der Arbeitsgruppe vom regulären Dienst freigestellt.

In besonders kniffligen Fällen wie beispielsweise dem Dürener Friedrich-Ebert-Platz arbeiten sie mit den Tiefbauämtern zusammen.

Positiver Nebeneffekt der Vermessungsarbeit: Wo Frank Heynen und seine Kollegen durch das Objektiv des Entfernungsmessers schauen, nehmen Autofahrer den Fuß vom Gaspedal.

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