Düsseldorf: SPD-Opposition will in NRW verpflichtendes G9 für alle

Düsseldorf : SPD-Opposition will in NRW verpflichtendes G9 für alle

Die SPD-Opposition im Düsseldorfer Landtag will eine einheitliche Verlängerung der Schulzeit an den Gymnasien in Nordrhein-Westfalen von acht auf Jahre durchsetzen. Einen entsprechenden Antrag haben die Sozialdemokraten am Dienstag ins Landesparlament eingebracht.

Damit wenden sie sich zugleich gegen das von der schwarz-gelben Landesregierung geplante Optionsmodell, vom Schuljahr 2019/2020 an die einzelnen Gymnasien über G8 oder G9 durch ihre jeweilige Schulkonferenz entscheiden zu lassen.

Es gehe nicht an, dass die heutigen Schulkonferenzen über den Lernweg der zukünftigen Schülergenerationen entscheiden sollten, erklärte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Jochen Ott bei der Vorstellung des Antrags. Unter den Eltern betroffener Schüler drohe bereits Unruhe, weil sie nicht wüssten, für welche Schulzeit sich ihr örtliches Gymnasium am Ende entscheiden werde. Damit sei es schwierig, Entscheidungen über die künftige Schulwahl zu treffen. Es bestünden große Unsicherheiten in der Schüler- und Elternschaft.

Nach den Plänen der schwarz-gelben Landesregierung soll die gymnasiale Bildungszeit ab dem Schuljahr 2019/2020 wieder neun Jahre dauern. Die Neuregelung soll erstmals mit den beiden Schuljahren fünf und sechs beginnen. Zugleich sollen die Gymnasien aber auch einmalig die Option erhalten, sich vor dem Schuljahr 2019/2020 für die Beibehaltung von G 8 zu entscheiden. Voraussetzung dafür ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit in der jeweiligen Schulkonferenz.

Die Optionsmöglichkeit nehme den betroffenen Eltern und Schülern die notwendige Planungssicherheit, kritisierte Ott. Damit seien sie in ihrem weiteren Bildungsweg abhängig von der Entscheidung einer Elternschaft in der Schulkonferenz, für deren Kinder diese Entscheidungen im Zweifel gar keine Auswirkungen mehr habe.

Zugleich verlangt die SPD, dass auch Schüler der Klassen sieben, acht und neun im Rahmen einer Übergangsregelung von der Schulzeitverlängerung an den Gymnasien profitieren könnten. Deren Eltern hätten schließlich die Rückkehr zur G 9 in NRW erkämpft, sagte Ott. Deshalb müssten auch die Klassen sieben bis neun im Schuljahr 2019/2020 die Möglichkeit erhalten, von G8 nach G9 wechseln zu können.

Einigkeit besteht zwischen Regierung und SPD-Opposition darüber, dass Gymnasialschüler künftig nach erfolgreichem Bestehen der Jahrgangstufe 10 einen qualifizierten Abschluss erhalten und die zweite Fremdsprache in Klasse zehn eingeführt werden soll.

Darüber hinaus tritt die SPD dafür ein, in der auf drei Jahre erweiterten Oberstufe, Möglichkeiten für berufliche Orientierung, soziales Engagement, Praktika und internationalen Schüleraustausch zu schaffen.

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