Düsseldorf: Schließungen und Umwandlungen: Sekundarschulen gefährdet

Düsseldorf : Schließungen und Umwandlungen: Sekundarschulen gefährdet

Die seit sechs Jahren existierenden Sekundarschulen in Nordrhein-Westfalen müssen sich gegen sinkende Schülerzahlen wappnen. Vor allem im ländlichen Raum bestehe die Gefahr, dass Sekundarschulen kurz nach ihrer Gründung schon wieder geschlossen werden müssten, stellten CDU und FDP in einem gemeinsamen Antrag an den Schulausschuss des Düsseldorfer Landtags fest.

Nach Angaben des Schulministeriums sind bislang zehn Sekundarschulen in Gesamtschulen umgewandelt worden - in allen Regierungsbezirken bis auf Arnsberg. In drei weiteren Kommunen seien entsprechende Beschlüsse in Vorbereitung, heißt es in einem Bericht an den Schulausschuss. Das Gremium wird sich an diesem Mittwoch mit der Problematik beschäftigen.

Sekundarschulen umfassen die Jahrgänge 5 bis 10. Ab Klasse 7 kann in getrennten Bildungsgängen unterrichtet werden. Das Abitur kann nur in Kooperation mit einem Gymnasium, einer Gesamtschule oder einem Berufskolleg abgelegt werden.

In NRW gibt es laut amtlicher Schulstatistik 117 Sekundarschulen. Diese Schulform war 2011 vor allem eingeführt worden, um auch in ausgedünnten ländlichen Räumen trotz sinkender Schülerzahlen alle Bildungswege offenzuhalten.

Vor allem letzte Schulangebote der Sekundarstufe I müssten auf dem Land gesichert werden, unterstreichen CDU und FDP in ihrem Antrag. Sie fordern eine schulrechtliche Änderung, um Sekundarschulen in dem Fall auch zweizügig fortführen zu können. Realschulen und Gymnasien ist das schon jetzt erlaubt.

Die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Dorothea Schäfer, hält Sekundarschulen überall dort, wo die Schülerzahl zur Gründung einer Gesamtschule nicht ausreicht, für unverzichtbar.

Gesamtschulen müssen stets vierzügig sein. Jede Klasse muss mindestens 25 Schüler haben. Dementsprechend müssen 100 Kinder pro Jahrgang gegeben sein. Sekundarschulen haben mindestens 60 Kinder pro Jahrgang vorzuweisen, um weiterarbeiten zu können.

„Die besten Chancen haben Sekundarschulen mit einem guten Schüler-Mix”, sagte Schäfer der dpa. „Wenn ich die Leistungsstarken dort nicht mehr finde und dafür Schüler mit sonderpädagogischem oder sprachlichem Förderbedarf dominieren, steigert das nicht die Attraktivität.” Unter Konkurrenzdruck gerieten Sekundarschulen vor allem durch benachbarte Gesamtschulen, aber auch durch Gymnasien, sagte die Schulexpertin.

Schwankungen bei den Schülerzahlen oder im Wahlverhalten der Eltern könnten Sekundarschulen schnell an den Rand ihrer Existenz führen, stellten CDU und FDP fest.

(dpa)
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