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Brüssel/Aachen: Martin Schulz: Ein Mann für Krisenbewältigung

Brüssel/Aachen : Martin Schulz: Ein Mann für Krisenbewältigung

Es kommt höchst selten vor, dass Martin Schulz, dem Präsidenten des Europäischen Parlaments, die Worte fehlen. Als er telefonisch informiert wurde, dass ihm, dem Würselener, am 14. Mai in Aachen der Karlspreis verliehen werden soll, sei er sprachlos gewesen.

Am Freitag fand er die richtigen Worte im Europäischen Parlament vor der Presse, nachdem ihm der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp und Jürgen Linden, Sprecher des Karlspreisdirektoriums, offiziell den Karlspreis angetragen hatten.

AZ/AN_Pol 14.03.2015 Foto: Andreas Herrmann

„Vielen Dank für diesen außergewöhnlichen Preis. Der Karlspreis hat eine europaweite Bedeutung, die mir noch mal klar geworden ist, weil mir jetzt ganz viele Leute gratuliert haben“, sagte Schulz.

Er erhält die hohe Auszeichnung „in Würdigung seiner bedeutenden Verdienste um eine Stärkung der Parlamentarisierung und der demokratischen Legitimation in der Europäischen Union und in Anerkennung seiner Rolle als wichtiger Vordenker der EU“. So hat es das Karlspreisdirektorium in seiner Begründung formuliert.

„Wir leben in krisenhaften und turbulenten Zeiten. Der Glaube meiner Generation, der nach dem Krieg geborenen Westdeutschen, der Friede käme wie der Strom aus der Steckdose, ist ein fataler Irrtum“, betonte Schulz und gestand, dass er es in Europa nicht für möglich gehalten hätte, „dass Grenzen durch die einseitige Entscheidung eines Landes zu Ungunsten eines anderen Landes verschoben würden“.

Um so wichtiger sei es, die Idee vom Frieden mehr in den Vordergrund zu rücken: „Wir haben Frieden, weil wir die europäische Kooperation haben.“ Die Krisen dieser Welt seien auch die Krisen Europas. Ziel müsse sein, Europa stärken zu machen und dafür stehe auch der Karlspreis.

Oberbürgermeister Philipp sprach nach der Zusammenkunft im Präsidentenbüro von einem sehr angenehmen und konstruktiven Gespräch: „In diesem Jahr können wir uns auf einen großen Karlspreis mit viel Aufmerksamkeit und vielen interessanten Gästen freuen.“

Auf Schulz warte im Rahmen der Karlspreis-Verleihung in Aachen ein vielfältiges und interessantes Programm mit viel Lokalkolorit. Karlspreisdirektoriumssprecher Linden erklärte, dass heute viele Menschen Europa skeptisch gegenüber stehen würden. Mit Parteifreund Schulz zeichne das Karlspreisdirektorium im Mai eine Persönlichkeit aus, die „bis in die Haarspitzen“ für Europa motiviert sei: „Aus unserer Sicht ist Martin Schulz momentan die Stimme der europäischen Demokratie.“ Ihm nehme man die Krisenbewältigung ab, er komme bei der Bevölkerung sehr gut an.