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Düsseldorf: Landtagsausschuss vertagt Beratung zu Unterrichtsausfällen

Düsseldorf : Landtagsausschuss vertagt Beratung zu Unterrichtsausfällen

Die Beratungen im Landtag über die kritisierten Unterrichtsausfälle an nordrhein-westfälischen Schulen sind vertagt worden. Bildungspolitiker aller Fraktionen einigten sich am Mittwoch im Schulausschuss, bei einem neuen Termin Gutachter zu befragen.

In NRW wird nicht genau erfasst, wie viele Unterrichtsstunden ausfallen. Neben viel Kritik aus der Elternschaft fordert auch der Rechnungshof eine detaillierte Statistik. Ein vom Schulministerium beauftragtes Gutachten bilanziert aber: Eine solche Statistik wäre nur mit einem nicht vertretbaren Aufwand zu erstellen und erfordere bis zu 700 Lehrerstellen.

Die Gutachter empfehlen, diese Personalressourcen besser in die Vermeidung von Unterrichtsausfällen zu stecken. Der umfangreiche Bericht war von Schulforschern der Universität Bochum und der Fachhochschule Nordwestschweiz (Brugg) verfasst worden. Die Experten kommen darin auch zu dem Ergebnis: Eine zeitlich beschränkte Abwesenheit von Lehrern habe auf den auf den Lernerfolg der Schüler nur geringe Auswirkungen. Der Aufwand einer aufwendigen Statistik lohne nicht. Das Papier war am Dienstag bekanntgeworden und sollte eigentlich im Ausschuss beraten werden.

Der Landesrechnungshof hatte im Jahresbericht 2011 kritisiert, an 105 überprüften öffentlichen allgemeinbildenden Schulen seien rund 5,8 Prozent des Unterrichts ersatzlos ausgefallen (Schuljahr 2008/09). Das Schulministerium ermittelte in einer kleineren Stichprobe eine Fehlquote von 2,3 Prozent.

(dpa)