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Düsseldorf: Kein Ende der Brückensanierungen in NRW in Sicht?

Düsseldorf : Kein Ende der Brückensanierungen in NRW in Sicht?

NRW-Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) sieht bei den vielen maroden Brücken in Nordrhein-Westfalen noch große Herausforderungen auf das Land zukommen.

Langfristig müssten alle vor 1985 errichteten Straßenbrücken auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft werden, schrieb Groschek in einer Antwort auf eine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion. Das seien zwei Drittel der insgesamt 10.000 Straßenbrücken im Zuständigkeitsbereich des Landesstraßenbaubetriebs. Eine Einschätzung über den gesamten Zeithorizont, Sanierungs- und Neubaubedarf sei derzeit nicht möglich. Zuletzt hatten vor allem die maroden Autobahnbrücken über den Rhein Schlagzeilen gemacht. Die Rheinbrücken der A1 und der A40 wurden für Lastwagen teilweise gesperrt.

Die FDP-Opposition monierte in ihrer Anfrage, die Berechnungen zögen sich hin und verlängerten somit „die Ungewissheit über den wahren Zustand der Brückenbauwerke in Nordrhein-Westfalen”. Vizefraktionschef Christof Rasche kritisierte: „Die A1-Brücke Leverkusen, die A40-Brücke Duisburg-Neuenkamp sowie die gesamte A45 stehen symbolisch für den besorgniserregenden Zustand unserer maroden und jahrelang vernachlässigten Verkehrsinfrastruktur.” Die schleppende Brückensanierung sei eine Achillesferse für Bürger und Wirtschaft in NRW.

Seit 2013 seien im Zuge der Brückensanierung sieben Ersatzneubauten und 25 Verstärkungsmaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von rund 295 Millionen Euro begonnen worden, antwortete Groschek. Hinzu kämen kleinere Instandsetzungsmaßnahmen an Brückenbauwerken, für die jährlich pauschal rund 60 Millionen Euro zur Verfügung stünden.

NRW habe Prioritäten definiert und aufgelistet. Damit werde sichergestellt, dass nicht nur einzelne Bauwerke, sondern ganze Streckenzüge auf ihre Zukunftsfestigkeit hin abgeklopft würden, betonte der Minister. „Darüber hinaus werden bei geplanten Streckenausbau- und Erhaltungsmaßnahmen die darin enthaltenen Brückenbauwerke überprüft und bei Bedarf ebenfalls nachgerechnet.”

(dpa)