NPD-Schulung verschwiegen: Mecklenburg-Vorpommerns AfD wirft Co-Landeschef raus

NPD-Schulung verschwiegen : Mecklenburg-Vorpommerns AfD wirft Co-Landeschef raus

Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern hat ihrem bisherigen Co-Vorsitzenden Dennis Augustin die Parteimitgliedschaft entzogen.

Der Landesvorstand traf die Entscheidung am Freitag, wie Landessprecher Leif-Erik Holm mitteilte, mit dem sich Augustin das Amt bislang teilte. Zuvor hatte der „Nordkurier“ darüber berichtet. Grund für die Entscheidung sei, dass Augustin bei seinem AfD-Eintritt verschwiegen habe, dass er 1989 an einer Kaderschulung der rechtsextremen NPD teilgenommen habe und Ansprechpartner des NPD-Kreisverbandes Stormarn gewesen sei. Die NPD und ihre Unterorganisationen stehen auf einer Unvereinbarkeitsliste der AfD.

Augustin hatte den Angaben zufolge die Teilnahme an der Schulung und seine damalige Nähe zu NPD und Jungen Nationaldemokraten (JN) eingeräumt, eine Mitgliedschaft aber verneint. Der Landesvorstand sah dagegen eine Mitgliedschaft bei der NPD-Jugendorganisation erwiesen. Für eine Stellungnahme war Augustin zunächst nicht zu erreichen.

Er galt als Vertreter des äußerst rechten Flügels der Partei und lieferte sich seit geraumer Zeit einen Machtkampf mit Holm. Im Mai hatten dieser und Fraktionschef Nikolaus Kramer den Rücktritt Augustins gefordert, da eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich sei. Auch AfD-Chef Alexander Gauland hatte in der vergangenen Woche ein Ausschlussverfahren gegen Augustin gefordert.

(dpa)
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