Klinikstudie: Bertelsmann-Stiftung weist Vorwurf zurück

Klinikstudie : Bertelsmann-Stiftung weist Vorwurf zurück

Im Zusammenhang mit ihrer umstrittenen Krankenhausstudie hat die Bertelsmann Stiftung am Mittwoch den Verdacht eines möglichen Interessenkonflikts erneut zurückgewiesen.

Zuvor hatte unsere Zeitung darüber berichtet, dass Brigitte Mohn als Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung zugleich im Aufsichtsrat der Rhön-Klinikum AG sitzt. Die Studie hatte vor allem deshalb für Aufsehen gesorgt, weil sie eine Reduzierung der Krankenhäuser von heute bundesweit 1400 auf „deutlich unter 600“ für sinnvoll hält. Dadurch könnten sogar „viele Komplikationen und Todesfälle“ vermieden werden, schreiben die Autoren. Allerdings könnten von der geforderten Schließung kleiner, oft kommunaler Kliniken große Privatbetreiber profitieren – wie etwa die Rhön-Kliniken.

Zunächst hatte die Bertelsmann Stiftung auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt, die Studie sei „unabhängig und evidenzbasiert“ erstellt worden, und war auf die Personalie Mohn nicht direkt eingegangen.

Nun teilt sie weiter mit, dass zwischen den Ämtern Mohns und den Vorschlägen der Studie kein Zusammenhang bestehe. Außerdem pflege die Stiftung keine Geschäftsbeziehung zum Rhön-Klinikum. Die Studie stelle nur eine Modellrechnung an, um eine politische Debatte anzustoßen. Dabei spiele es keine Rolle, „wie und von wem einzelne Kliniken betrieben werden“.

(os/dpa)
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