AfD-Politiker fällt in der EU-Kommission mit Messer auf

Vorfall in der EU-Kommission : Mohr und sein Messer

Ungewöhnlicher Zwischenfall in Brüssel: Dem Aachener AfD-Ratsherrn Markus Mohr ist im Gebäude der EU-Kommission ein Messer abgenommen worden. Das berichtete am Freitag der Brüsseler ZDF-Korrespondent Stefan Leifert über den Kurznachrichtendienst „Twitter“.

Demnach ereignete sich der Vorfall bereits am Dienstag. Mohr, der für den AfD-Bundestagsabgeordneten Harald Weyel arbeitet, sei Mitglied einer Besuchergruppe des deutschen Parlaments gewesen, die auf dem Weg zu einem Gespräch mit Kommissions-Vizepräsident Frans Timmermans war. Bei den obligatorischen Kontrollen am Eingang des Gebäudes hätten Sicherheitskräfte das Messer bei ihm entdeckt. Mohr habe gegen das Vorgehen der Wachleute lautstark protestiert. Doch laut EU-Kommission sei das Sicherheitspersonal aufgrund der Größe des Messers gezwungen gewesen, es als mögliche Waffe vorübergehend zu konfiszieren.

Die grüne Bundestagsabgeordnete Franziska Brantner war als Mitglied der Besuchergruppe Zeugin des Vorfalls. Sie sagte unserer Zeitung: „Für das Messer braucht man in Belgien einen Waffenschein. Mohr hat den Sicherheitsleuten gegenüber erklärt, es immer bei sich zu tragen.“ Auch im Bundestag? Oder gibt Mohr es dort regelmäßig bei den Parlamentspförtnern ab, wie er in der belgischen Hauptstadt betont haben soll? „Das werden wir auf der nächsten Sitzung der Sicherheitsbeauftragten des Bundestags prüfen lassen“, erklärte Brantner.

Mohr wird zum ultrarechten AfD-Flügel gezählt, der immer wieder das Bild von messerschwingenden Flüchtlingen zeichnet. Entsprechend spöttisch reagierte am Freitag das Netz auf den Vorfall. „Typischer Fall eines Messer-Migranten nach der gefürchteten Messermigration“, twitterte beispielsweise ein User.

Das Abgeordneten-Büro von Weyel wollte sich am Freitag gegenüber unserer Zeitung nicht zu dem Vorfall äußern. Auch von der AfD-Bundestagsfraktion war keine Stellungnahme zu erhalten.

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