Aachener: Aachener Friedenspreis an zwei Gruppen verliehen

Aachener : Aachener Friedenspreis an zwei Gruppen verliehen

Zum 31. Mal ist am Antikriegstag, dem 1. September, in der Aula Carolina der Aachener Friedenspreis an einen inländischen und einen internationalen Preisträger verliehen worden. Der mit je 2000 Euro dotierte Preis geht zum einen an das Künstler- und Politik-Aktivisten-Team mit dem Namen „Peng!“.

Das „Peng!“-Kollektiv aus Berlin sei ein „explosives Gemisch aus Aktivismus, Hacking und Kunst im Kampf gegen die Barbarei“, beschreibt die Gruppe mit ihrem bei der Vorstellungspresskonferenz anwesenden Aktivisten Conny Runner die Vorgehensweise und Ziele der Berliner Gruppe.

Das Kollektiv sei jederzeit bereit, mit „zivilem Ungehorsam“ und auch mit gezielten Fake-News auf Missstände und Ungerechtigkeiten in der Welt und natürlich in Deutschland aufmerksam zu machen, sagte Runner, man müsse dafür oftmals gezielt Grenzen überschreiten. Aktuell, erklärte Runner, gebe es viel zu viel „zivilen Gehorsam“.

Deshalb zeige das Kollektiv, das eng mit dem Dortmunder Schausiel zusammenarbeitet, wie man mit intelligenten und subversiven Aktionen Aufmerksamkeit schaffen könne.

Die Gruppe organisierte Projekte wie die Flüchtlingsrettung „Seebrücke des Bundes“, die sich um die schiffbrüchigen Migranten im Mittelmeer kümmert, oder auch Aktionen wie „Die Rückkehr der Entmieteten“ im Kampf gegen skrupellose Vermieter. Im Augenblick laufe aktuell der Protest gegen deutsche Rüstungsexporte, die zum Teil satirische Aktion tritt aktuell als CDU-Kampagne gegen „Kleinwaffenexporte“ auf und veröffentlichte eine „Rückrufaktion“ bekannter deutscher Markenwaffen in den USA.

Peng!-Vertreter Conny Runner beschrieb die Arbeitsweise so: „Wir überschreiten Grenzen, bleiben jedoch im Bereich der Legalität.“ Für diese Abschätzung stünden der Gruppe insgesamt fünf Anwältinnen zur Verfügung, die zum Ausloten der rechtlichen Grenzen ihres zivilen Ungehorsams zur Verfügung stünden.

Die Gruppe „Concern Universal Colombia“ arbeitet in der geografischen Mitte des gerade vom Bürgerkrieg befreiten Landes Kolumbien. Ihre Vertreter Siobhan McGee und Jaime Bernal-Gonzales arbeiten mit Flüchtlingen und indigenen Volksgruppen im Inneren des Landes, hier in der Region Tolima, die insbesondere auch nach dem Waffenstillstand von Regierung und den FARC-Rebellen der Hilfe ihrer Organisation bedürften, erklärte Bernal-Gonzales am Samstag auf der Pressekonferenz. Insbesondere wolle man Bildung vermitteln und die Volksgruppen dort miteinander versöhnen.

Traditionell ruft der DGB-Aachen zu einer Kundgebung am Antikriegstag (17.45, Aachen, Elisenbrunnen) mit anschließendem Demonstrationsmarsch zu der Friedenspreisverleihung in der Aula Carolina auf.

Mehr von Aachener Nachrichten