Heinsberg: Piranhas geangelt: Junge Musiker kehren aus Venezuela heim

Heinsberg: Piranhas geangelt: Junge Musiker kehren aus Venezuela heim

„Ich bin noch gar nicht wieder richtig hier.” Aussagen wie diese sind im Moment in Heinsberg und Siegen häufiger zu hören. Der gemeinsame Besuch der jungen Musiker der Jugendmusikschule Heinsberg und der Fritz-Busch-Musikschule in Siegen beim venezolanischen Jugendorchestersystem „Sistema” hat unübersehbar einen tiefen Eindruck hinterlassen.

Für zwei Wochen hatten die Siegener und Heinsberger Musikschüler mit ihren musizierenden Altersgenossen in der Provinz Guárico ein gemeinsames Orchester gebildet, ein anspruchsvolles Programm erarbeitet und in drei umjubelten Konzerten zur Aufführung gebracht.

Nachdem die intensiven Vorbereitungen mit einem gemeinsamen Probenwochenende abgeschlossen wurden, brachen insgesamt 43 Musiker aus Rhein- und Siegerland zu ihrer persönlichen Expedition zum laut Simon Rattle, Chef der Berliner Philharmoniker, „zurzeit wichtigsten Ereignis in der Welt der klassischen Musik überhaupt” auf.

„Es ist einfach unglaublich, wie ansteckend das musikalische Fieber ist, das in Venezuela grassiert”, meint Theo Krings, der Leiter der Heinsberger Jugendmusikschule, immer noch begeistert.

Wie im Flug seien am Ende zwei Wochen vergangen. Intensive persönliche Kontakte mit ausgelassenen Fiestas führten am Ende auch zu bitteren Abschiedstränen. Die jungen Musiker hätten Piranhas geangelt und gegrillt, oder seien auf den Pferden der Cowboys mit 2000 Rindern in die unendlichen Weiten der Landes geritten.