Wegberg-Wildenrath: Pilotanlage zur Altöl-Aufbereitung steht seit 1. April still

Wegberg-Wildenrath: Pilotanlage zur Altöl-Aufbereitung steht seit 1. April still

Die Clyvia Technology GmbH in Wegberg-Wildenrath hat Mitte Juni Insolvenzantrag gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Mönchengladbacher Rechtsanwalt Thomas Georg bestellt.

Bereits seit dem 1. April ist die Pilotanlage abgeschaltet. Dies bestätigte der frühere Clyvia-Geschäftsführer Dieter Wagels am Dienstag. Das Unternehmen, das die Entwicklung und den Bau von Anlagen betreibt, mit denen aus Altöl Diesel und Heizöl gewonnen werden kann, steht nun vor einer ungewissen Zukunft. In der Pilotanlage wurde die bereits seit den 70er Jahren bekannte Technologie der „fraktionierten Depolymerisation” angewandt und nachgewiesen, dass dieses Verfahren kommerziell angewandt werden kann.

Betroffen sind 15 Mitarbeiter, deren Arbeitsverhältnisse noch fortbestehen. Wie lange noch, kann Wagels nicht sagen.

Die Gründe für die missliche Situation bei Clyvia sind vielschichtig. Wagels führt die Schieflage unter anderem auf unterbliebene Investitionen zurück, die ein Investor aus der Schweiz zugesagt, aber nicht gezahlt habe.

Nach einer Entscheidung der Muttergesellschaft, der US-amerikanischen Clyvia Inc. mit Sitz in Las Vegas wurde Ende März Dr. Jürg Niederbacher zum Geschäftsführer ernannt. Nunmehr sehen sich Wagels und sein früherer Mitgeschäftsführer Dr. Manfred Sappok ins Abseits geschoben.

Sie beklagen, dass seit dem 1. April nichts mehr in Wildenrath produziert werde. Dabei seien durchaus Verträge vorhanden, nach denen Clyvia sechs von ihr entwickelte Anlagen in Krefeld und Neuss bauen soll.

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