Kreis Heinsberg: Passivhäuser im Blickpunkt

Kreis Heinsberg: Passivhäuser im Blickpunkt

Im Rahmen ihrer Thementage „Energie” informierten sich die Mitglieder der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen über Projekte energetischer Gebäudesanierung und Passivhäuser.

Die Abgeordnete Ruth Seidl war zusammen mit Maria Meurer, der Vorsitzenden der Kreistagsfraktion, in Wassenberg unterwegs.

Gemeinsam mit Professor Ludwig Rongen, der als Passivhaus-Architekt bekannt ist und an der Fachhochschule Erfurt lehrt, besuchten sie zunächst zwei Passivhäuser in Wassenberg, darunter das nach Auskunft Rongens mit einer Wohnfläche von 74 Quadratmetern derzeit kleinste Passivhaus der Welt: das als Kanzlei genutzte Haus von Karl Kiggen, gelegen in der Nähe des Gondelweihers. Das Besondere an diesem Haus ist zudem, dass es in die alte Stadtmauer integriert ist.

Rongen berichtete im Rahmen der Besichtigung von weiteren außergewöhnlichen Gebäuden im Passivhaus-Standard, die er mit seinem Wassenberger Team bereits realisiert hat: ein Altenheim, ein Gebäude in Modulbauweise sowie ein Gymnasium. Er wies darauf hin, dass es nicht nur für entsprechende Neubauten, sondern auch für Sanierungsmaßnahmen zinsvergünstigte Darlehen gebe.

Beim Pressegespräch im Café Post informierte Seidl über Ziele in Bezug auf den Klimaschutz und erklärte, das größte Potenzial zur Energieeinsparung bestehe im Bereich der Wärmeversorgung von Gebäuden. „Rund 85 Prozent der 8,3 Millionen Wohnungen in NRW haben einen energetischen Sanierungsbedarf”, betonte sie.

Mit einer besseren Wärmedämmung und anderen baulichen Veränderungen könnten bis zu 70 Prozent der Heizkosten eingespart werden. Daher würden die Grünen ein Zehn-Jahres-Programm zur Förderung der energetischen Gebäudesanierung fordern.

Rongen informierte über eine neue Studie, in der er für die Stadt Baesweiler erstellt habe und die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert worden sei. Es geht um die energetische Optimierung kommunaler Bestandsgebäude der Stadt Baesweiler. Dank der dieser Studie beigefügten Excel-Dateien könne jetzt jeder Kämmerer sehr schnell ausrechnen, dass Sanierungsmaßnahmen im Passivhausstandard lohnenswert seien, so Rongen.