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Düsseldorf/Ratingen: Zwei schwere Unfälle auf der A3: Tote und Schwerstverletzte

Düsseldorf/Ratingen : Zwei schwere Unfälle auf der A3: Tote und Schwerstverletzte

Auf der Autobahn 3 in Nordrhein-Westfalen ereignete sich erneut ein schwerer Verkehrsunfall. Knapp 28 Stunden nach einer Karambolage mit zwei Lkw und fünf Pkw, die zwei Todesopfer forderte, kam es am Freitag erneut zu einem tödlichen Unfall: Ein Mann, der mit seinem Kleinlaster kurz vor der Anschlussstelle Ratingen-Ost auf einen Sattelzug auffuhr, starb noch am Unfallort. Sein Beifahrer erlitt schwerste Verletzungen.

Polizei und Feuerwehr waren mit einem Großaufgebot im Einsatz, unter anderem einem Polizei- und einem Rettungshubschrauber sowie 40 Rettungskräften, teilten Feuerwehr und Polizei Düsseldorf mit. Der Fahrer des Kleinlasters starb in seinem Fahrzeug, sein Beifahrer wurde mit schwerem Gerät befreit und in ein Krankenhaus gebracht.

Bei einem Unfall auf der Autobahn 3 ist am Donnerstagmorgen ein Mensch ums Leben gekommen. Außerdem gibt es mehrere Verletzte. Foto: Christoph Reichwein/dpa

Die A3 in Richtung Oberhausen war zwischen dem Kreuz Hilden und Ratingen-Ost für knapp drei Stunden gesperrt, dann konnte zumindest die linke Fahrspur freigegeben werden. Da war das Chaos auf der vielbefahrenen Autobahn zum Wochenend-Auftakt bereits perfekt. Der verkehr staute sich auf einer Länge von zehn Kilometern.

Ein Bild des Grauens hatte sich tags zuvor den Rettungskräften nur wenige Kilometer weiter kurz vor dem Kreuz Breitscheid geboten. Ein 41 Jahre alter Lastwagen-Fahrer aus Ungarn war laut Autobahnpolizei kurz vor 8.00 Uhr in das Ende eines Staus gerast. Morgens im Berufsverkehr kommt der Verkehr hier auf der A3 in Richtung Oberhausen hinter der Raststätte Hösel häufig ins Stocken.

Das Maß der Verwüstung ließ am Donnerstagmorgen auch erfahrene Rettungskräfte nicht unbeeindruckt. „Das ist schon ein Einsatz, der vom Ausmaß her über das Alltägliche hinausgeht”, sagte Feuerwehrsprecher Jan Neumann. Zahlreiche Gaffer versuchten trotzdem, die Unfallstelle zu fotografieren und zu filmen.

Zwei Lastwagen und fünf Autos sind in die Karambolage verwickelt. Ein 34-jähriger Mann stirbt, als sein Auto unter einen vor ihm stehenden Lastwagen geschoben wird. Eine 65-jährige Frau und ein 26 Jahre alter Mann werden lebensgefährlich verletzt und in Rettungshubschraubern in Kliniken geflogen. Der aus den Niederlanden stammende junge Mann stirbt dort am Abend. Drei weitere Menschen kommen mit leichten Verletzungen davon. Die Polizei geht von einem Sachschaden in Höhe von rund 250.000 Euro aus.

Die A3 in Richtung Oberhausen blieb fast den ganzen Tag zwischen der Anschlussstelle Ratingen-Ost und dem Kreuz Breitscheid für die Bergungsarbeiten und die Ermittlungen gesperrt. Vor allem die Bergung der Lastwagen gestaltete sich laut Feuerwehr schwierig. Erst am späten Nachmittag konnte die Polizei die linke und mittlere Fahrspur für den Verkehr freigeben. Erst am Abend waren die Aufräumarbeiten beendet.

Angesichts des Ausmaßes des Unfalls waren die Rettungskräfte mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Feuerwehr rückte mit vier Löschzügen und einem sogenannten ABC-Zug an, weil ein Tanklastzug an der Kollision beteiligt war. Dazu waren 15 Rettungsfahrzeuge und zwei Rettungshubschrauber im Einsatz. Vor Ort war auch ein Unfallseelsorger, der laut Feuerwehrsprecher Neumann nach Abschluss derartiger Einsätze auch noch auf der Wache vorbeischaut. Dort werde dann gefragt, ob Rettungshelfer seelischen Beistand benötigen.

Wenig Verständnis hatten die Einsatzkräfte für zahlreiche Gaffer, die versuchten, Aufnahmen von der Unfallstelle zu machen. Polizeibeamte stellten sich schließlich mit einer Videokamera an der Mittelleitplanke auf, um Gaffer im Gegenverkehr zu filmen und später ermitteln zu können. „Die Kollegen standen durch Zufall im Stau auf der Gegenfahrbahn. Weil sie die notwendige Technik dabeihatten, haben sie spontan die Kräfte vor Ort unterstützt”, sagte eine Polizeisprecherin.

Die Unfallstelle wurde kurze Zeit nach dem Unfall mit mobilen Sichtblenden abgeschirmt. Hinter der Unfallstelle bildete sich ein Stau von bis zu 20 Kilometern Länge.

(dpa/red)