Karlsruhe: Zwei Anklagen nach sexuellem Missbrauch eines Jungen bei Freiburg

Karlsruhe: Zwei Anklagen nach sexuellem Missbrauch eines Jungen bei Freiburg

Er soll geplant haben, ein Kind zu missbrauchen und dann umzubringen: Im Aufsehen erregenden Fall des jahrelang sexuell missbrauchten Jungen aus dem Raum Freiburg ist Anklage gegen einen 43-Jährigen aus Schleswig-Holstein erhoben worden. Er soll im Darknet beim 39 Jahre alten Freund der Mutter des Neunjährigen angefragt zu haben, ob er das Kind missbrauchen und dann töten könne.

Das teilte die Staatsanwaltschaft Karlsruhe am Freitag mit. Zu dem Treffen sei es nicht gekommen, weil der 39-Jährige, der wegen Kindes-Vergewaltigung verurteilt ist, die Ermordung des Jungen ablehnte. Alternativ habe sich der Schleswig-Holsteiner erkundigt, ob man gemeinsam ein anderes Kind entführen, missbrauchen und töten könne, hieß es weiter.

Der Angeklagte sitzt seit Anfang Oktober vergangenen Jahres in Untersuchungshaft und ist einschlägig vorbestraft. Er war extra für die Vergewaltigung des Jungen angereist - zu dem Zeitpunkt waren ihm aber die Ermittler schon auf der Spur. Spezialkräfte nahmen ihn in Karlsruhe fest. Der Mann hatte Fesselwerkzeug im Gepäck und soll vorher schon Tötungsfantasien im Zusammenhang mit dem Missbrauch von Kindern geäußert haben.

Gegen einen weiteren mutmaßlichen Sexualstraftäter ist beim Landgericht Freiburg bereits eine Anklage anhängig. Um wen es sich handelt, wurde bisher nicht mitgeteilt.

Insgesamt sitzen acht Verdächtige aus dem In- und Ausland in Untersuchungshaft, darunter die 47 Jahre alte Mutter des Jungen und ihr Freund. Dem Paar wird vorgeworfen, das Kind seit 2015 gegen mehrere Tausend Euro für Sex im Internet angeboten haben. Außerdem soll sich das Paar selbst an dem Jungen vergangen haben. Der Neunjährige ist inzwischen in staatlicher Obhut.

(dpa)
Mehr von Aachener Nachrichten