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Wetterausblick: Weshalb Allergiker noch nicht durchatmen können

Wetterausblick : Weshalb Allergiker noch nicht durchatmen können

Neben der Natur freuen sich manchmal auch Pollenallergiker über Regen im Frühjahr – so wie am Montag. Doch die Trockenheit sorgt schnell wieder für laufende Nasen. Was Allergiker tun können und wie sich das Wetter in dieser Woche entwickelt.

„Gewittertief Finja ist durch und hat seine Schuldigkeit getan“, stellt Bodo Friedrich fest. Nur vereinzelt kam es am Montag aufgrund von Finja zu Gewittern, dafür sorgten die Regenfälle in der Region für ein Durchatmen bei der Natur und bei Allergikern.

Nachdem der Regen gegen 14 Uhr in der Nordeifel begann, spielten sich die Gewitter hauptsächlich in der tieferen Eifel rund um Prüm, Bitburg und Daun ab, bilanziert der Wetterexperte für das Webangebot Eifelwetter.de. Gegen 18 Uhr kam es zu stärkeren Gewittern in der belgischen Region rund um Bastogne. Zur selben Zeit gab es leicht gewittrige Schauer rund um Aachen und etwas kräftiger bei Erkelenz. Von größeren Auswirkungen wie am Freitag blieb die Region jedoch verschont.

Nun übernimmt dafür Hoch Andreas die Wetterregie: Hier und da kann es am Dienstag noch zu kleineren Schauern kommen, dann sorgt das Hochdruckgebiet über dem Ostatlantik dafür, dass es größtenteils heiter und trocken bleibt. Das geht einher mit etwas niedrigen Temperaturen als in der vergangenen Woche. Bis zu 16 Grad werden es im Eifeler Bergland, im Aachener Becken bis zu 18 Grad.

Die neuerliche Trockenheit sorgt aber auch dafür, dass sich Pollenallergiker auf einen verstärkten Pollenflug einstellen müssen, vor allem von Gräsern. Aufgrund der Trockenheit in vielen Regionen würden Pollen nicht aus der Luft gewaschen, sagt der Landschaftsökologe Matthias Werchan von der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Berlin auf Anfrage. „Wenn der Regen ausbleibt, haben wir eine sehr pollenreiche Luft. Auch zu Boden gefallene Pollen können bei Trockenheit wieder aufgewirbelt werden. Für Allergiker bedeutet das, dass Entlastungstage mit geringerer Pollenkonzentration fehlen.“

Wenn es im Frühjahr regnet, reinigt dies normalerweise erst einmal die Luft von Pollen, Allergiker können dann zum Beispiel bedenkenlos lüften. Ein regenreiches oder eher durchwachsenes Wetter im Frühjahr kann Beschwerden abmildern.

In diesem Frühjahr liegt das Problem laut Werchan aber nicht nur in der Trockenheit: Manche Baumarten hätten ein Mastjahr, in dem sie besonders viele Früchte trügen. Vorher gebe es einen überdurchschnittlich ausgeprägten Pollenflug. „Eiche und Buche haben in vielen Regionen eine starke Saison“, sagte Werchan. Viele Menschen, die auf Birkenpollen allergisch sind, reagierten im Rahmen einer Kreuzallergie auch darauf.

Auch die Eschen hatten dem Experten zufolge eine starke Saison, Birke und Erle hingegen weniger. Aktuell gehe der Flug der Gräserpollen hierzulande los: „Die Werte gehen jetzt lokal in eine mäßige, teils auch schon hohe Belastung.“ Die Stiftung gibt unter anderem wöchentliche Vorhersagen zum Pollenflug heraus.

Bei den gelben Schleiern, die man derzeit auf Autos oder Gartenmöbeln kaum übersehen kann, müssen sich Allergiker hingegen keine Gedanken machen, wie Werchan schildert: „Die sichtbaren gelben Pollen stammen in der Regel von Fichte und Kiefer. Durch ihre Größe können sie manchmal die Augen oder die Atemwege reizen. Das ist aber eher ein Fremdkörpergefühl und keine Allergie. Ein starkes Birkenjahr, worunter sehr viele Menschen leiden, wäre hingegen mit bloßem Auge nicht sichtbar - deren Pollen sind einfach zu klein.“

Bei Heuschnupfenpatienten setzt der Körper als Abwehrreaktion auf Pollen den Botenstoff Histamin frei. Betroffene können akute Beschwerden etwa mit Nasenspray, Augentropfen und Tabletten lindern. Manchmal wird ihnen auch geraten, in der Allergie-Hochphase zu verreisen. An der Ursache setzt eine Immuntherapie etwa mit Spritzen oder Tabletten (Hyposensibilisierung) an – damit sollten Patienten in Regel aber einige Monate vor der Pollensaison beginnen.

(dpa/cheb)