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Berlin: Warum kommt ein Bumerang eigentlich zum Werfer zurück?

Berlin : Warum kommt ein Bumerang eigentlich zum Werfer zurück?

Wohl kein Sportgerät ist so eigenwillig wie der Bumerang. Zwar sind auch Fußbälle oder Dart-Pfeile auf bestimmte Flugeigenschaften getrimmt. Ein Bumerang fliegt aber nur dann in der gewünschten Weise, wenn Bauart und Wurftechnik genau aufeinander abgestimmt sind.

„Grund ist die knifflige Aerodynamik der Flugobjekte”, sagt Professor Wolfgang Nitsche, Aerodynamiker an der Technischen Universität Berlin. Ein Bumerang fliegt nicht nur in eine Richtung, sondern rotiert zusätzlich mit seinen Flügeln um den eigenen Schwerpunkt.

„Seine Aerodynamik lässt sich mit der eines Hubschraubers vergleichen”, erklärt Nitsche. Beim Helikopter sorgen die Rotoren für den Auftrieb: Das vorauseilende Rotorblatt, das sich in Flugrichtung bewegt, bekommt dabei mehr Auftrieb als das nacheilende, das im gleichen Moment nach hinten schlägt. „Dies führt zu einer Kippbewegung, die der Hubschrauber dadurch ausgleicht, dass er seine Rotorblätter verstellt”, erläutert Nitsche.

Beim Bumerang bleibt die Kippbewegung während der Rotation erhalten. Während des Fluges neigt er sich also permanent zu einer Seite. Beim Rechtshänder ist es die linke Seite, beim Linkshänder die rechte. Erst diese ständige Seitendrift ermöglicht die geschlossene Kreisform, die der Bumerang vollziehen kann und die im Idealfall beim Werfer endet.

„Die geschlossene Kreisbewegung hinzubekommen, setzt viel Übung voraus”, sagt Nitsche. Wichtig ist, den Bumerang flach und in einer bestimmten Neigung abzuwerfen. Zudem hängt viel von der Bauweise des Bumerang ab. „Schon die kleinste Abweichung in der Form kann die gewünschte Flugbahn unmöglich machen”, betont der Aerodynamiker.

So muss die Fläche des Bumerang in einem passenden Verhältnis zu seinem Gewicht stehen, um den notwendigen Auftrieb zu erzeugen. Bumerangs durchlaufen daher in der Regel eine Einwurfphase, in der der Besitzer die Flugeigenschaften testen und gegebenenfalls Änderungen an seinem Sportgerät vornehmen kann.

Die Geschichte der Bumerangs reicht weit zurück: Bereits die Aborigines in Australien und andere Urvölker verwendeten sie. Diese Prototypen der modernen Sportbumerangs kehrten allerdings nicht zum Werfer zurück, sondern wurden als Jagdwaffe benutzt. Als Material dienten Äste, die die Aborigines flugfähig zuschnitzten.