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Winterberg: Warten auf Schneekanonen-Wetter

Winterberg : Warten auf Schneekanonen-Wetter

Auf dem Kahlen Asten bei Winterberg scheint noch eine „weiße Weihnacht” möglich. Am Donnerstag war der Berggipfel im Sauerland mit vier Zentimeter Schnee überzuckert. Rund um den Gefrierpunkt werden die Temperaturen auch in den kommenden Tagen bleiben.

„Tagsüber leicht darüber, nachts leicht darunter”, sagt der Leiter der Wetterstation auf dem Astenturm, Hermann Dinklage. Das Wetter mindestens so fest im Blick wie Dinklage hat einige Meter tiefer am Fuß des Kahlen Astens der Liftbetreiber Heijo Krevet.

Seit Tagen „lauert” er rund um die Uhr auf die richtigen Bedingungen, um im höchst gelegenen Skigebiet Nordrhein-Westfalens die Schneekanonen in Gang zu werfen. Sein Hang ist zwar auch weiß, aber ob das zum Skifahren und Rodeln reicht? „Ich werde das ganz spontan am Samstag entscheiden”, sagt der 50-Jährige.

Die fehlende Wintersport-Möglichkeiten haben aber nicht zu Einbrüchen bei den Buchungen rund um Winterberg geführt. „Viele Menschen suchen auch Ruhe und Beschaulichkeit im Sauerland”, sagt Eckhard Henseling vom Sauerland-Tourismus. Falls es in den Weihnachtsferien noch Schnee geben sollte, dürften die Hoteliers in den Hochlagen noch mit Anfragen überhäuft werden, schätzt Henseling.

„Wenn wir Schnee haben, kommen auch die Tagesausflügler.” Liftbetreiber Krevet hofft, dass er am Samstag die Saison auch auf einer hauchzarten Schneedecke eröffnen kann: „Früher ist hier sogar auf überfrierendem Raureif Ski gefahren worden.” Wenn es bis zum Wochenende nicht noch regnet, könnte es „Ski und Rodel bei vier Zentimer mäßig” heißen.

Vor allem Familien und Anfänger tummeln sich auf Krevets Hang. Der liegt so, dass die Sonne nur selten direkt auf den Schnee scheint und die weiße Pracht länger hält. „Zaubern können wir aber auch nicht”, sagt Krevet mit einem Blick auf die Schneekanonen.

Es habe zwar in den vergangenen Nächten mehrmals Temperaturen von zwei Grad unter Null gegeben, aber es sei zu feucht: „Bei einer Luftfeuchtigkeit von fast 100 Prozent würde ich nur Eis produzieren.” Der Liftbetreiber hat aber vorgesorgt. Nach den Schneefällen in der Nacht zum Montag hat er seine Mitarbeiter schon früh morgens gerufen.

„Wir haben die Straße zum Astenturm geräumt und den Schnee gebunkert”, sagt er und zeigt auf einen Haufen mehrerer Lastwagen-Ladungen Schnee. „Damit können wir die Lifteinstiege und die Spuren präparieren, wenn wir wirklich aufmachen.” Ein Wetterumschwung mit trockener Luft und Minusgraden oder sogar Naturschnee ist aber nicht in Sicht.

„Es wird zwar Nachtfrost geben, aber feucht bleiben”, sagt der Wetterbeobachter Dinklage. Und deshalb wird sich wohl erst am Samstag entscheiden, ob am Kahlen Asten ein Lift in Betrieb geht.