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New York/Cleveland: US-Chirurgen gelingt Gesichtstransplantation

New York/Cleveland : US-Chirurgen gelingt Gesichtstransplantation

Mikrochirurgen in den USA haben nach eigenen Angaben weltweit erstmals ein fast komplettes Gesicht transplantiert.

Ein Team um die Chirurgin Maria Siemionow von der Cleveland Clinic ersetzte 80 Prozent vom entstellten Gesicht einer Amerikanerin mit dem Gewebe einer gestorbenen Frau. Das teilte die Klinik in Cleveland im US-Staat Ohio am Mittwochabend mit.

Die Operation dauerte 22 Stunden. Siemionow hatte als erste Ärztin in Amerika die Erlaubnis erhalten hatte, ein komplettes Gesicht zu transplantieren. Bei dem Eingriff wurden nach Angaben der Klinik fast alle Knochenstrukturen, Muskeln, Blutgefäße, Nerven und das Hautgewebe im Gesicht ersetzt. Ausgenommen blieben allein die Stirn, Augendeckel, die Unterlippe und das Kinn.

Einzelheiten über die Patientin und die Ursache ihrer Entstellung blieben auf Wunsch der Angehörigen geheim. Die Klinik zitierte Siemionow mit den Worten: „Die Lebensqualität eines Patienten zu verbessern, gehört zu den größten Erfolgen eines Mediziners.” Sie fügte hinzu, dass „Menschen mit einem entstellten Gesicht es besonders schwer haben in der Gesellschaft. Deshalb hoffen wir, dass wir eines Tages Zehntausenden Betroffenen helfen können, die jetzt noch still leiden.”

Die weltweit erste Frau mit einer Gesichtstransplantation war die Französin Isabelle Dinoire im Jahr 2005. Die damals 38-Jährige war von ihrem Hund angefallen und im Gesicht schwer entstellt worden. Bei der Operation erhielt sie das Unterteil des Gesichtes - ein Dreieck aus Nase, Mund und Kinnpartie - von einer hirntoten Organspenderin. Zehn Monate nach der Operation konnte Dinoire ihre Lippen ganz schließen, nach 18 Monaten wieder normal lächeln.

Als zweiter bekam der damals 30-jährige Chinese Li Guoxing nach einem Kampf mit einem Bären 2006 zwei Drittel des Gesichtes erneuert - eine neue Wange, eine Oberlippe, eine Nase und eine Augenbraue. Als dritter Mensch erhielt ein damals 27-jähriger Franzose mit „Elefantenmann-Syndrom” 2007 ein Dreieck aus Nase, Mund, Kinn und Wangenteilen übertragen.