Rangun: Urteil gegen Reuters-Reporter in Myanmar kommenden Montag

Rangun : Urteil gegen Reuters-Reporter in Myanmar kommenden Montag

Im Prozess gegen zwei inhaftierte Journalisten der Nachrichtenagentur Reuters in Myanmar will das Gericht am kommenden Montag das Urteil verkünden. Dies gab der Vorsitzende Richter am Montag in der ehemaligen Hauptstadt Rangun bekannt. Die beiden Reporter Wa Lone (31) und Kyaw Soe Oo (28) stammen selbst aus Myanmar. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, sich illegal geheime staatliche Dokumente beschafft zu haben. Bei einer Verurteilung drohen ihnen bis zu 14 Jahre Haft.

International gibt es an dem Verfahren viel Kritik. Die beiden Reuters-Journalisten hatten über die Verfolgung von Muslimen in Myanmar (ehemals Birma) recherchiert, insbesondere über die Hinrichtung von zehn Männern. Daraufhin wurden sie im Dezember vergangenen Jahres festgenommen. Wa Lone beteuerte am Montag vor Gericht nochmals seine Unschuld. „Was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass wir nicht schuldig sind.” Zahlreiche Medien und Journalistenvereinigungen haben die Freilassung der beiden gefordert.

Kyaw Soe Oom (M), Journalist der Agentur Reuters, wird nach einer Anhörung von zwei Polizisten aus dem Gerichtsgebäude geführt. Zwei Reuters-Journalisten wird zur Last gelegt, sich illegal Dokumente über die Verfolgung von Muslimen beschafft zu haben. Foto: Thein Zaw/AP/dpa

Myanmar und seine Regierungschefin, Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi, stehen wegen des Vorgehens des Militärs gegen Muslime international in der Kritik. Aus Furcht vor Verfolgung sind in den vergangenen zwölf Monaten etwa 700 000 Muslime aus dem mehrheitlich buddhistischen Land in den muslimischen Nachbarstaat Bangladesch geflohen.

(dpa)
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