Berlin: Und dann heißt es: „Ran an die Geschenke!”

Berlin: Und dann heißt es: „Ran an die Geschenke!”

Ob in Ägypten, den Alpen oder Berlin: Zu Weihnachten wollen Koalition und Opposition Kraft tanken vor dem Superwahljahr - bei Lebkuchen, Gans, Forelle oder ganz bodenständig bei Würstchen. Für die schwarz-gelbe Koalition war das erste Jahr kein Fest.

Und so sind wohl auch viele froh, dass sich an Weihnachten mal nicht alles um Politik dreht. Vor allem FDP-Chef Guido Westerwelle (48) mag sich in seinem Ägypten-Urlaub freuen, wenn er keine neuen Rücktrittsforderungen hört. Die meisten Politiker aus Regierung und Koalition zieht es nicht so weit fort.

Die Devise vor dem Superwahljahr mit richtungsweisenden Landtagswahlen heißt auch für die Opposition: Kraft tanken. Auf dem Speiseplan stehen Gans, Forelle oder auch ganz schlicht ein kaltes Buffet. Kanzlerin Angela Merkel (56) freut sich nach dem von ihr titulierten „Herbst der Entscheidungen” auf ein paar Tage Erholung. „An einem Ort, wo sie schon oft war, in den Bergen”, verrät Regierungssprecher Steffen Seibert. In den vergangenen Jahren war Merkel mehrfach zum Skilanglauf in den Alpen. „Dabei können Sie nicht über Politik nachdenken. Das tut ganz gut”, sagte die Kanzlerin. Traditionsgemäß wird sie auch diesmal am Herd stehen und die Weihnachtsgans zubereiten.

CSU-Verbraucherministerin Ilse Aigner (46) feiert Heiligabend im Kreis der Familie, danach geht es zum Skifahren in die Alpen. In die Höhen zieht es auch Grünen-Chefin Claudia Roth (55). „Ich verbringe Weihnachten zusammen mit meiner Mutter und meiner Familie in den verschneiten österreichischen Bergen”, sagt Roth. „Ich freue mich auf ein wenig Ruhe und viel Zeit mit meinen Lieben bei Kerzenschein und Lebkuchenduft.” Roths Co-Vorsitzender Cem Özdemir (45) wäre gern nach Argentinien gereist - seine Frau muss aber arbeiten. So feiert er mit Familie, Freunden und Nachbarn in Berlin.

Auch Linksfraktionschef Gregor Gysi (62) und FDP-Entwicklungsminister Dirk Niebel (47) verbringen das Fest in der Hauptstadt. Bei CDU-Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (52) wird es ganz schön eng rund um den Tannenbaum: Mindestens zehn Leute feiern - die Ministerin, ihre sieben Kinder, ihr Mann und Vater Ernst Albrecht. Weil es praktisch ist, gibt es nichts Warmes bei den von der Leyens. Vor dem Essen liest die Ministerin ihren Kindern die Weihnachtsgeschichte aus der Bibel vor. Dann tritt ihr Mann Heiko in Aktion: „Wenn die Kerzen am Weihnachtsbaum brennen, läutet er die Weihnachtsglocke, und wir fassen uns alle an den Händen und singen Ihr Kinderlein kommet. Und dann heißt es: Ran an die Geschenke!”

Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) freut sich auf Forelle mit Meerrettichsoße. Der 37-Jährige feiert mit seiner Frau und seinen beiden kleinen Kindern in Hannover. „Ich freue mich auf viel Zeit mit meiner Frau und unseren Zwillingstöchtern. Denn Weihnachten bedeutet auch Ruhe und Innehalten in der Familie.”

Bei CDU-Innenminister Thomas de Maizire (56), der mit Familie in Dresden feiert, geht es bodenständig zu: Kartoffelsalat mit Würstchen. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU, 68) verbringt Weihnachten und Silvester im Kreis seiner Familie in Gengenbach im Schwarzwald. Auch für Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU, 56) steht fest: Weihnachten gehört der Familie.

CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich (53) ist bei seiner Familie in Franken und wünscht sich Ruhe: „Es gibt keine Verwandtenbesuche, weder aktiv noch passiv.” Was er seiner Frau schenkt? „Wahrscheinlich wird ein Ring, eine Kette - wenn einem wenig einfällt und man trotzdem was Schönes schenken will - das Richtige sein.” SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles freut sich auf ein besonderes Geschenk, das sie Ende Januar erwartet: Ihr Baby sei „das eigentliche Weihnachtsfest des Lebens”.