Duisburg: „Schlachthof-Mafia” von Duisburg: Prozess begonnen

Duisburg : „Schlachthof-Mafia” von Duisburg: Prozess begonnen

Vor dem Duisburger Landgericht hat am Mittwoch der Prozess um die Machenschaften einer mutmaßlichen „Schlachthof-Mafia” begonnen. Ihnen wird vorgeworfen beim jahrelangen Einsatz hunderter osteuropäischer Arbeiter an Schlachthöfen in Deutschland Steuern und Sozialabgaben hinterzogen zu haben. Der Schaden wird auf knapp 20 Millionen Euro beziffert.

Der 54-jährige Hauptangeklagte sitzt in Untersuchungshaft, drei Mitangeklagte im Alter von 57 bis 74 Jahren sind auf freiem Fuß.

Seit 2010 wurde gegen ein weit verzweigtes, unübersichtliches Firmennetzwerk des 54-jährigen Unternehmers ermittelt. Bei einer Razzia an 90 Standorten wurden im Mai 2013 auch seine Firma in Kamp-Lintfort und sein Wohnhaus im niederrheinischen Rheurdt durchsucht.

Die Anklageschrift der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft umfasst 1100 Seiten, der Prozessstoff füllt 460 Aktenordner. Bis zu 1000 Arbeiter habe der Unternehmer an verschiedene Schlachthöfe vermittelt. Zwischen 4,50 und 6 Euro Stundenlohn sollen die Arbeiter bei einer 60-Stunden-Woche bekommen haben.

Bereits vor sieben Jahren hatten Düsseldorfer Staatsanwälte ein ähnlich umfangreiches Verfahren gegen einen Unternehmer mit ähnlichem Geschäftsmodell als Verleiher von 1000 rumänischen Leiharbeitern geführt. Er wurde zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Für das aktuelle Verfahren in Duisburg sind bis zum kommenden Sommer schon 72 Verhandlungstage angesetzt.

(dpa)
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