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Trier: Rettungshubschrauber mit Funkton gestört: DRK-Leiter verhaftet

Trier : Rettungshubschrauber mit Funkton gestört: DRK-Leiter verhaftet

Gegen den Leiter der Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes in Saarburg (Rheinland-Pfalz) ist Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen worden, weil er den Einsatz eines Rettungshubschraubers bewusst verzögert haben soll.

Der 47-Jährige soll bei Rettungseinsätzen vier Mal den Funkverkehr des Hubschraubers durch einen minutenlangen Dauerton gestört haben. Dabei sei ihm bewusst gewesen, dass durch sein Handeln Patienten hätten sterben können, teilte die Staatsanwaltschaft Trier am Mittwoch mit. Das begründe den Tatverdacht des versuchten Mordes mit dem Merkmal der „niederen Beweggründe”. Der Mann bestreitet die Vorwürfe.

In drei Fällen überlebten die Patienten, in einem Fall starb die Patientin an den Spätfolgen eines Hirnschlages. Bislang werde allerdings nicht davon ausgegangen, dass die verspätete ärztliche Behandlung die Todesursache war, hieß es.

Von der Wache aus soll der Mann mit einem Funkgerät den Funkverkehr sabotiert haben, weil nach seiner Meinung der in Saarburg stationierte Notarztwagen eher bei den Patienten sei als der angeforderte Hubschrauber des Luftrettungsdienstes aus Luxemburg. Der Beschuldigte befürchtete den Angaben zufolge finanzielle Einbußen für die von ihm geleitete Rettungswache, für die rückläufige Einsatzzahlen auch Personalabbau hätten bedeuten können.

Der Hubschrauber der „Luxembourg Air Rescue” kann seit April 2005 von deutschen Stellen angefordert werden. Bei den seit Anfang 2006 aufgetretenen Funkstörungen wurde nach Messungen die Rettungswache Saarburg als Störquelle geortet. Wenig später wurde der Leiter der Wache vom Dienst suspendiert. In allen Fällen hätte der 47-Jährige durch das Abhören des Funkverkehrs von den Krankheiten der Patienten, unter anderem Hirnschlag und Herzanfall, gewusst.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 47-Jährigen vor, „eigensüchtige Motive über den Schutz menschlichen Lebens gestellt” zu haben, „allein mit dem Ziel, den luxemburgischen Luftrettungsdienst in Misskredit zu bringen und die eigene Überlegenheit zu demonstrieren”.

Der Mann war bis 1998 nebenberuflich als Rettungsassistent bei dem luxemburgischen Unternehmen tätig und im Streit ausgeschieden.