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Düsseldorf: Polizeieinsätze mit Würgeschlange, Papagei und 30-Euro-Schein

Düsseldorf : Polizeieinsätze mit Würgeschlange, Papagei und 30-Euro-Schein

Ein falscher 30-Euro-Schein, ein Einbrecher mit Gipsfuß oder ein Bienenschwarm, der die Stadt unsicher macht: Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat auch 2013 wieder kuriose und schier unglaubliche Einsätze bewältigt - es ging um erbeutete Kaugummikugeln oder einen Räuber, der eine bargeldlose Bank überfiel.

Schlagzeilen machte etwa der 30-Euro-Schein, mit dem ein Mann im westfälischen Dülmen zahlte. Das falsche Geld hatte der 41-Jährige bei einem Spaziergang gefunden und in seine Geldbörse weggesteckt. Im Supermarkt habe er aus Versehen damit bezahlt, beteuerte der Mann, und die Polizei glaubte ihm. Denn er hatte sich sofort gemeldet, als der Fall publik wurde. Ein Ermittlungsverfahren wurde eingestellt.

In mehreren Fällen warfen Pechvögel ihren Sparstrumpf mit in die Altkleidersammlung. Auch in Moers hatte ein Mann mitsamt den Klamotten 14 000 Euro entsorgt. Als das Unglück entdeckt wurde, war der Container schon geleert. Die stundenlange Suche der Feuerwehr am Wochenende auf dem Gelände einer Entsorgungsfirma ging glücklich aus: Der Mann bekam die Scheine zurück.

Mit 59 Kaugummikugeln als Beute hatte die Polizei in Mettmann zu tun. Vier Buben im Alter von zwölf und 13 Jahren hatten mit dem Bunsenbrenner aus Muttis Küche einen Kaugummiautomaten aufgeschweißt. Normalerweise wird mit dem Küchengerät Crème Brûlée überflämmt.

Ein jähzorniger Mann machte der Polizei in Aachen Arbeit. Aus Wut über die Abendnachrichten schmiss der Wüterich den Fernseher aus dem Fenster und demolierte ein geparktes Auto. Die Polizei protokollierte 1500 Euro Schaden.

Dass sogar eine Bank nicht immer Bargeld hat, musste ein Kölner erfahren, der die Geschäftsstelle einer Direktbank plündern wollte. Der 24-Jährige leerte stattdessen den privaten Geldbeutel einer Angestellten. Kurz darauf war er geschnappt. Und in Essen war ein Einbrecher nach einer Verfolgungsjagd leichte Beute für die Polizei. Der Gesuchte hatte ein Gipsbein und saß im Auto fest, als seine Komplizen längst getürmt waren.

In Recklinghausen löste eine Grundschulklasse einen nächtlichen Einsatz gegen Einbrecher aus. Die Kinder waren mit Taschenlampen in der Schule unterwegs: Es war ein spannender Ausflug, nur der Hausmeister der Schule war nicht eingeweiht.

Aufregung gab es an Karneval. Ein Bankmitarbeiter in der fernen Zentrale hatte auf einem Videobild maskierte Menschen in der Filiale in Solingen gesichtet hatte. Die Polizei konnte Entwarnung geben: Es war Weiberfastnacht, und einige Angestellte standen im Kostüm am Schalter.

Dagegen kam in Arnsberg ein als Sträfling verkleideter Jeck wirklich hinter Gitter. Der Betrunkene torkelte gefährlich auf der Straße herum und wollte partout seinen Namen nicht sagen. Als er dann, wieder nüchtern, damit rausrückte, war seine Frau nicht zu erreichen. So konnte er erstmal nicht abgeholt werden.

Manchmal ging es bei der Polizei wie in der Menagerie zu. Immer wieder gab es Einsätze wegen plappernder Papageien. An einer Soester Tankstelle spazierte ein Ziegenbock durch den Verkaufsraum. Zwei Beamte nahmen das Jungtier erstmal mit zur Wache. In Recklinghausen galt es, einen Pfau zu überlisten. Einem Pausenbrot konnte der Prachtvogel nicht widerstehen und stolzierte in die Wache. Und in Bonn wurde für ein herrenloses Bienenvolk eine ganze Straße gesperrt. Ein Imker siedelte die etwa 5000 Tiere dann um.

Aus Mitgefühl mit einer Würgeschlange vertagten Polizisten im rheinischen Langenfeld sogar eine Verkehrskontrolle. Es gebe ein „kleines Problem”, eröffnete der Fahrer den staunenden Beamten: Dem Python im Laderaum werde es allmählich zu kalt. Und tatsächlich kroch im Laderaum eine drei Meter lange Schlange herum. Prompt eskortierten die Polizisten das Auto samt Reptil zum beheizten Aquarium des Wanderzirkus und kontrollierten dann die Papiere.

(dpa)