Duisburg: Oberbürgermeister Sauerland nimmt Abschied vom Rathaus

Duisburg: Oberbürgermeister Sauerland nimmt Abschied vom Rathaus

Nach seiner Abwahl wegen der Loveparade-Katastrophe nimmt Duisburgs scheidender Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) an diesem Mittwoch Abschied vom Rathaus. Er werde seinen Schreibtisch ausräumen und noch letzte Gespräche mit Mitarbeitern führen, hieß es aus dem Rathaus.

Um 13.00 Uhr wollte der Wahlausschuss formal das amtliche Endergebnis verkünden. Danach endet Sauerlands Amtszeit mit Ablauf des Tages.

129.833 Duisburger hatten nach dem vorläufigen Ergebnis für Sauerlands Abwahl gestimmt. Ein Bürgerinitiative hatte das Abwahlverfahren angestoßen, weil sie dem 56-Jährigen Mitschuld für die Genehmigung der Techno-Party und „völliges Versagen” nach der Katastrophe mit 21 Toten und über 500 Verletzten vorwirft.

Noch an Sauerlands letztem Amtstag beginnt in Duisburg die Suche nach einem Nachfolger. Ein kleiner Parteitag der Duisburger SPD habe den geschäftsführenden Vorstand am Montagabend ermächtigt, Gespräche mit der Bürgerinitiative, den Linken, Grünen und der FDP über einen Kandidaten zu beginnen, sagte der Duisburger SPD-Geschäftsführer Jörg Lorenz. Dies könne auch ein Kandidat ohne Parteibuch sein, sagte Lorenz. Am Mittwoch begännen die ersten Gespräche zur Kandidatensuche.

Die Bürgerinitiative hat unterdessen angekündigt, auch nach Sauerlands Abwahl weiterzumachen. Sie werde Wahlprüfsteine für die Parteien entwickeln und behalte sich das Recht vor, möglicherweise einen eigenen OB-Kandidaten zu benennen, sagte Initiativensprecher Theo Steegmann. In der Initiative gibt es Stimmen für einen Kandidaten von außerhalb der Stadt. Namen werden aber offiziell noch nicht genannt.

Als Wahltermin bevorzugt die SPD den 17. Juni. Er lasse noch Raum für eine Stichwahl nach 14 Tagen - also am 1. Juli, bevor in NRW die Sommerferien beginnen (7./8. Juli). Die Entscheidung über den Termin trifft die Bezirksregierung Düsseldorf.

Adolf Sauerland ist nach seinem Ausscheiden finanziell abgesichert. In den nächsten drei Monaten bekommt er seine normalen Bezüge als „Übergangsgeld”. In Sauerlands Besoldungsgruppe B 11 wären das laut NRW-Innenministerium monatlich rund 11.500 Euro plus Zulagen. Die dreieinhalb Jahre bis zum Ende seiner regulären Amtszeit als OB im Jahr 2015 erhält Sauerland dann noch 71,75 Prozent. Diesen Anspruch hätte er bei einem freiwilligen Rücktritt nicht gehabt.