1. Panorama

Den Haag: Niederlande: Pressezentrum will Anti-Koran-Film zeigen

Den Haag : Niederlande: Pressezentrum will Anti-Koran-Film zeigen

Das internationale Pressezentrum Nieuwspoort in Den Haag ist bereit, den umstrittenen Anti-Koranfilm des rechten Abgeordneten Geert Wilders zu zeigen.

Wilders müsse allerdings selbst die Kosten für Personen- und Gebäudeschutz übernehmen, erklärte der Vorsitzende des Pressezentrums, Max van Weezel, am Donnerstag. Der Film könne bei einer internationalen Pressekonferenz am 28. März gezeigt werden.

Die niederländischen TV-Sender lehnen eine Ausstrahlung zu den Bedingungen des Politikers ab. Die TV-Chefredakteure waren bereit, Wilders Film „ihm Rahmen der journalistischen Berichterstattung” zu zeigen. Allerdings nur, wenn Wilders sich auch den Fragen von Journalisten und Kritikern stelle, hieß es. Dies hatte der Politiker jedoch abgelehnt.

Wilders hatte zudem gefordert, dass die Sender den Film vollständig und ohne ihn vorab gesehen zu haben ausstrahlen. „Das tun wir auch nicht mit Filmen anderer Parteien”, erklärte der Chefredakteur des TV-Nachrichtenmagazins „Netwerk”, Herman van Gelderen. Außerdem hätten die Sender die Pflicht, Filmbeiträge auf mögliche Gesetzesverstöße zu prüfen. „Wir dürfen in unseren Sendungen nicht zu Hass aufrufen oder diskriminieren.”

Wilders Film heißt „Fitna” und ist 15 Minuten lang. Das arabische Wort „Fitna” bedeutet soziale Unruhe, moralisches Chaos und Anarchie. Wilders, dessen „Partei für die Freiheit”, neun Sitze im Parlament hat, hatte bereits mehrfach mit Angriffen gegen den Islam internationale Empörung ausgelöst. So hatte er ein Verbot des Koran gefordert, es ein „faschistisches Buch” genannt und mit Hitlers „Mein Kampf” verglichen.

In verschiedenen muslimischen Ländern gab es bereits Demonstrationen gegen den Film und die Niederlande. Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende hatte Wilders abgeraten, den Film zu zeigen. Dies könne zu Terroranschlägen und einem wirtschaftlichen Boykott führen. Wilders warf daraufhin der Regierung vor, sich dem Islam zu unterwerfen.