Duisburg: Loveparade-Katastrophe: Sauerland schließt Rücktritt nicht aus

Duisburg: Loveparade-Katastrophe: Sauerland schließt Rücktritt nicht aus

Der Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) schließt seinen Rücktritt wegen der Loveparade-Katastrophe unter bestimmten Voraussetzungen nicht aus. Im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” kündigte er laut Vorabbericht „politische Konsequenzen” für den Fall an, dass „in meinem Aufgabenbereich Fehler nachgewiesen werden”.

In diesem Fall „trete ich zurück oder lasse mich abwählen, mache aber auf jeden Fall den Weg frei”, sagte Sauerland dem Blatt. Zugleich bekräftigte der Oberbürgermeister seine Überzeugung, dass die Verwaltung der Stadt Duisburg keinen Fehler gemacht habe, „der ursächlich zu dieser schrecklichen Katastrophe geführt hat”.

Der CDU-Politiker bekräftigte, er sei sich auch heute noch sicher, dass das Handeln der Duisburger Verwaltung korrekt gewesen sei. Abschließend würden darüber selbstverständlich Gerichte entscheiden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bislang gegen 16 Personen wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung, darunter 11 Mitarbeiter der Stadt Duisburg. Am 24. Juli 2010 waren bei einer Massenpanik auf der Loveparade 21 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt worden.

Sauerland: „Will meiner Verantwortung gerecht werden”

In dem Interview beklagte sich Sauerland über die Kritik an seiner Person nach dem Unglück. „Dass ich als ein gefühlloser Politiker dargestellt werde, der an seinem Sessel klebt, schmerzt mich sehr, denn ich will meiner Verantwortung gerecht werden.” Er wehrte sich gegen Darstellungen, er habe erst am vergangenen Montag Worte des Bedauerns gefunden, und verwies auf seinen Auftritt im Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags im vergangenen September und sein Weihnachtsgrußwort. Darüber hinaus habe er in aller Stille Kontakt zu Opferangehörigen geknüpft, sagte Sauerland der Zeitung.

Sauerland war nach der Loveparade kritisiert worden, weil er als Leiter der genehmigenden Behörde und als Stadtoberhaupt die Verantwortung an dem Unglück von sich gewiesen hatte, einen Rücktritt lange Zeit ablehnte und sich bei den Opfern zunächst nicht entschuldigte. Als Grund für sein langes Schweigen gab er an, geglaubt zu haben, dass er im Falle einer Entschuldigung juristisch zur Verantwortung gezogen werde.

Sauerland sprach sich dafür aus, den Unglücksort am ehemaligen Duisburger Güterbahnhof als Gedenkstätte zu erhalten. Seine Verwaltung verhandle derzeit mit dem Eigentümer des Geländes und den Angehörigen.