Berlin/Newark: Letzte Ehre für Soul-Diva Whitney Houston

Berlin/Newark: Letzte Ehre für Soul-Diva Whitney Houston

Mit einer letzten großen Gospelshow haben Verwandte, Freunde und Weggefährten Abschied von der verstorbenen US-Sängerin Whitney Houston genommen.

Zum fast vierstündigen Trauergottesdienst mit rund 1.500 geladenen Gästen kamen am Samstagabend in Houstons Geburtsort Newark (New Jersey) auch zahlreiche Musikgrößen und Prominente aus dem Filmgeschäft.

Der Name Whitney Houston gehöre auf die Liste der größten Sängerinnen des Jahrhunderts, sagte Schauspieler Kevin Costner. Er hatte 1992 zusammen mit Houston den Kinohit „Bodyguard” gedreht. „Für mich war sie die perfekte Wahl”, sagte er rückblickend und erzählte von den Selbstzweifeln, die Houston damals hatte.

Es war der erste Kinofilm der Soul-Diva und die Produzenten hatten Costner zu einer weißen, erfahrenen Schauspielerin geraten. „Aber du warst nicht nur gut genug, du warst großartig”, würdigte Costner nun seine Schauspielerkollegin, die auch als Sängerin herausragend gewesen sei. So wagten andere Sänger zu seinem Bedauern nicht mehr, das Lied „I Will Always Love You” zu singen, weil aus ihrer Sicht Whitney Houston den Song auf nicht zu übertreffende Weise interpretiert habe.

Sängerin Alicia Keys sagte unter Tränen, Whitney Houston habe viele Menschen berührt und sei ein wichtiges Vorbild für eine nachfolgende Generation von Sängerinnen gewesen. Musikgröße Stevie Wonder erklärte, dass er Gott dafür danken müsse, zur selben Zeit wie Whitney gelebt zu haben.

Gottesdienst-Gäste klatschen, lachen und weinen

Durch den Abend führte Dionne Warwick, Sängerin und Tante von Whitney Houston. Während des Gottesdienstes sangen Prominente wie R. Kelly und Kim Burrell Houstons Lieblingslieder. Verwandte und Freunde brachten persönliche Erinnerungen an sie vor. Es wurde - wie bei derartigen Gottesdiensten üblich - nicht nur geweint, sondern auch gesungen, geklatscht und gelacht.

Tyler Perry, ehemaliger Produzent von Houston, sagte, die 48-Jährige sei „von einer Gnade durchs Leben getragen worden, egal was sie erlebt hat”. Bei einem Gespräch zu einer schwierigen Zeit - Houston kämpfte gegen Drogen- und Alkoholprobleme - habe sie sich ihm gegenüber auf Gott als Stütze berufen.

Ihr Ex-Mann Bobby Brown, dem die Familie die Schuld an Houstons Absturz gibt, soll Medienberichten zufolge die Kirche wütend wieder verlassen haben, nachdem er den goldfarbenen Sarg berührt hatte. Seine Begründung: Er habe nicht in der ersten Reihe neben der gemeinsamen Tochter Bobbi Kristina sitzen dürfen. Im Vorfeld der Beerdigung hatte die Familie überlegt, Brown von der Feier auszuschließen, sich dann aber dagegen entschieden.

Nicht teilnehmen an dem Trauergottesdienst durften die Fans. Der Bereich um die Kirche wurde weiträumig abgesperrt. Das Begräbnis wird am Sonntag (19. Februar) im engen Familienkreis auf einem nahegelegenen Friedhof in Westfield stattfinden.

Whitney Houston war vor einer Woche (11. Februar) in einem Hotelzimmer in Beverly Hills leblos aufgefunden worden. Die offizielle Todesursache wurde bislang nicht bekannt gegeben. Houston war als Sängerin in den 1980er und 1990er Jahren mit Liedern wie „Saving All My Love for You” und „I Will Always Love You” weltweit erfolgreich. Sie gewann zahlreiche Grammys und verkaufte laut ihrer Website mehr als 170 Millionen Alben, Singles und Videos. Zudem spielte sie in Kinofilmen wie „Bodyguard” und „Warten auf Mr. Right” mit.

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