Hamm: Längere Reise, fehlende Halte: Bahn baut zwischen Hamm und Dortmund

Hamm : Längere Reise, fehlende Halte: Bahn baut zwischen Hamm und Dortmund

Für eine Rundum-Sanierung von Schienen, Oberleitungen und Bahnhöfen zwischen Dortmund und Hamm sperrt die Bahn zwei Sommermonate lang die Strecke für Nah- und Fernzüge. Reisende und Pendler müssen sich zwischen dem 14. Juli und 10. September auf Einschränkungen einstellen, wie die Bahn am Mittwoch erklärte.

Dafür, so verspricht die Bahn, können gleichzeitig Gleise sowie Oberleitungsmasten erneuert werden sowie Bahnhöfe modernisiert und fit für die Ankunft des Rhein-Ruhr-Expresses gemacht werden.

Die meisten Züge auf der wichtigen Achse vom Rheinland in Richtung Berlin werden demnach umgeleitet. Im Fernverkehr kann sich dadurch die Fahrtzeit um etwa eine Viertelstunde verlängern. Außerdem können ICE- und IC-Reisende wegen der Umleitungen nicht an allen Bahnhöfen entlang der Ruhr wie gewohnt zusteigen. So verkehrt etwa die ICE-Linie 10 zwischen Düsseldorf und Berlin ohne Stopp am Düsseldorfer Flughafen und in Bochum. Die geänderten Reisezeiten seien in die Fahrplan-Buchungssysteme bereits eingearbeitet, hieß es.

Vor allem Pendler, die normalerweise zwischen Dortmund und Hamm zusteigen, müssen sich umstellen: Die Linie des RE6 fällt auf der Strecke komplett aus. Die Eurobahn-Linien RE1 und RE3 sowie der RE11 der Bahn werden umgeleitet und halten nicht mehr überall. Dadurch ist etwa die Stadt Kamen komplett auf die eingesetzten Busse angewiesen. In Hamm halten pro Stunde nur noch zwei von vier Regionalzügen auf der Achse.

Die Bahn habe sich für die Sperrung beider Gleise entschieden, um möglichst viele fällige Baumaßnahmen gleichzeitig zu stemmen, hieß es. Auf 26 Kilometern Länge werden Gleise erneuert. Zeitgleich beginnt die Bahn mit dem Austausch der Oberleitungsanlage. Fünf Bahnhöfe, darunter Kamen und mehrere Dortmunder Haltestellen, werden modernisiert und damit fit gemacht für den Rhein-Ruhr-Express, der zum Fahrplanwechsel 2018/19 auf der Strecke rollen soll. Dafür müssen die Bahnsteige auf eine einheitliche Höhe und Länge ausgebaut werden.

Insgesamt plant die Bahn 2018 mehr als 1000 Baustellen allein in Nordrhein-Westfalen. Investitionsvolumen: fast 1,3 Milliarden Euro. Für den im Sommer gesperrten Streckenabschnitt Hamm-Dortmund sind 57 Millionen Euro vorgesehen.

Hinter sich gebracht haben Bahnfahrer bereits die Vollsperrung der stark befahrenen Ruhrgebietsstrecke zwischen Essen und Duisburg während der Osterferien. Dort steht im Oktober eine weitere Sperrung für den Abriss einer Brücke an. Streckensperrungen für Bauarbeiten an neun Bahnhöfen zwischen Aachen und Mönchengladbach sorgen ebenfalls im Sommer für Behinderungen im Südwesten.

(dpa)
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