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Westerland/Sylt: Kokainfund am Sylter Strand: Spur nach Belgien

Westerland/Sylt : Kokainfund am Sylter Strand: Spur nach Belgien

Einen Monat nach dem großen Kokainfund am Strand von Sylt geht die Polizei neuen Spuren nach Belgien nach.

Bereits vor Entdeckung der 35 Kilo Rauschgift im März seien in der belgischen Hafenstadt Antwerpen 200 Kilo Kokain beschlagnahmt worden, das in seiner Konsistenz und Verpackung dem Sylter Fund ähnele, sagte der Sprecher des Zollfandungsamts Hamburg, Axel Hirth.

„Es ist eine Spur. Aber noch ist völlig unklar, ob die Funde in Verbindung stehen”, betonte er. In Belgien habe es fünf Festnahmen gegeben. Der Zoll habe Kontakt zu den belgischen Behörden aufgenommen, die Ermittlungen dauerten an.

Zu den Sylter Funden habe es Hinweise aus der Bevölkerung gegeben, „aber nichts Konkretes”, sagte Hirth. Mitte März waren an drei teilweise weit voneinander entfernten Strandabschnitten der Insel Rucksäcke mit Kokain gefunden worden. Insgesamt beträgt der Straßenverkaufswert der sehr reinen Droge nach Auskunft des Zolls rund 1,75 Millionen Euro.

Erste Analysen ergaben, dass sich die Rucksäcke zumindest einige Zeit im Wasser befunden haben müssen. Unklar ist, ob das Rauschgift gezielt vor der Insel ins Meer geworfen wurde, etwa um einer Kontrolle zu entgehen. Die Ermittler halten es jedoch für wahrscheinlich, dass sich der Empfänger der Ware auf Deutschlands Party-Insel befunden habe. Deshalb wurden zeitweise Sylt-Reisende von Zollbeamten kontrolliert, allerdings ohne Erfolg.