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Regensburg: Kinder trösten und Rentier-Rodeo: Christkind besiegt Weihnachtsmänner

Regensburg : Kinder trösten und Rentier-Rodeo: Christkind besiegt Weihnachtsmänner

Schon auf den ersten Blick setzte sich Renate Hammer von ihren Mitbewerbern klar ab. Statt mit Rauschbart, langer roter Zipfelmütze und dickem langen Mantel trat die 25-Jährige ganz in Weiß, schulterfrei und mit Engelsflügeln bei der zweiten Deutschen Weihnachtsmann-Meisterschaft am Samstag im niedersächsischen Celle an - als einziges Christkind im Teilnehmerfeld.

Doch nicht nur optisch, auch durch Geschick in den zwölf Disziplinen überraschte die Regensburgerin: Das bayerische Christkind ließ die Weihnachtsmänner aus ganz Deutschland hinter sich.

„In Bayern ist nicht der Weihnachtsmann die Symbolfigur für Weihnachten, sondern mehr das Christkind”, erklärte Hammer, die für den Freistaat ins Rennen ging, den norddeutschen Veranstaltern der Tourismus Region Celle GmbH ihr Kostüm. Für Veranstaltungsleiter Alexander Hass war das Outfit der Lehramtsstudentin „kein Problem”, wie er sagte: „Es zählt der Gedanke.”

Insgesamt 40 Weihnachtsmänner und -frauen waren zur Meisterschaft nach Celle gekommen, darunter die Sieger von Vorausscheidungen in allen Bundesländern. Alle Teilnehmer mussten sich in Disziplinen wie Kinder trösten, Weihnachtslieder singen, Gedichte schreiben und Tannenbaum schmücken beweisen. Hammer wusste vor allem beim Schmieden von Hufeisen, dem Einpacken von Geschenken sowie beim Dichten zu überzeugen. Minuspunkte sammelte sie dagegen beim Gesang, der bei den Zuhörern ganz und gar nicht Weihnachtsstimmung zu wecken vermochte.


Doch nicht nur Geschmack, Feinmotorik und Musikalität waren gefragt, auch körperlich wurde den Weihnachtsmännern und -frauen einiges abverlangt: Es galt einen Schlitten mit Geschenken zu ziehen, ein Rentier-Rodeo zu meistern und Weihnachtspäckchen aus zwei Metern Entfernung zielsicher in einem Kamin zu versenken. Und auch dabei musste sich Hammer vor der überwiegend männlichen Konkurrenz ganz und gar nicht verstecken. „Sie ist sportlich sehr, sehr gut drauf gewesen”, lobte Hass die 25-Jährige.

Bei der Siegerehrung steht Hammer schließlich zwischen zwei Weihnachtsmännern im Blitzlichtgewitter der Fotografen. Die schwarz-rot-goldene Schärpe mit der Aufschrift „Weihnachtsmann 2007” bekommt das Christkind umgehängt - Weihnachtsmann Reiner Kienast vom Weihnachtsmarkt in Trier und Titelverteidiger Oliver Deuker aus Niedersachsen müssen sich mit den Plätzen zwei und drei begnügen.

Hammer kann es selbst kaum glauben: „Ich bin wirklich überrascht, dass ich die Meisterschaft gewonnen habe”, sagte sie nach dem Wettkampf. Als Prämie kann sich die Lehramtsstudentin über 1000 Euro und eine Reise für zwei Personen nach Dubai freuen, wo aber auch zwei Auftritte des Christkinds aus der Oberpfalz auf dem Programm stehen. Als beste Weihnachtsfrau Deutschlands ist sie außerdem automatisch für die nächste Meisterschaft am 29. November 2008 qualifiziert. „Im nächsten Jahr wird Bayern also mit zwei Vertretern teilnehmen”, sagt Hass. Das einzige Christkind im Teilnehmerfeld könnte also Konkurrenz bekommen.