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Leipzig/Berlin: Kinder auf Gefahren durch Sex-Täter hinweisen

Leipzig/Berlin : Kinder auf Gefahren durch Sex-Täter hinweisen

In der Debatte um den Umgang mit Sexualstraftätern hat der Berliner Kinder- und Jugendpsychiater Oliver Bilke daran erinnert, Kinder vor möglichen Gefahren zu warnen. „Es passiert immer wieder, dass Kinder mit Erwachsenen mitgehen, weil ihnen nicht eindringlich genug bestimmte Regeln vermittelt wurden”, sagte der Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Vivantes-Klinik Berlin.

„Deswegen muss man sie immer wieder altersgerecht auf Gefahren aufmerksam machen.” Nach der Ermordung des kleinen Mitja aus Leipzig hatten mehrere Politiker härtere Auflagen für gefährliche Sexualstraftäter nach der Haftentlassung gefordert.

„Man sollte nicht lange diskutieren, sondern gerade bei Kleinkindern klare Verbote aussprechen”, sagte Bilke. Dazu gehöre beispielsweise der Satz: „Geh nicht mit fremden Männern und Frauen mit.” Je älter die Kinder dann werden, desto genauer sollten die Verbote ausfallen. „Dann kann man zum Beispiel darüber sprechen, dass und warum es gefährlich ist, sich kleine Hundewelpen im Auto von Fremden anzugucken.” Später könnten Hinweise hinzukommen wie „Geh auch nicht mit jemandem mit, der Dir bei Regen Schutz unter dem Regenschirm bietet.”

Außerdem müssten Kinder lernen, was sie tun sollen, wenn etwas nicht so läuft wie geplant. „Eltern sind oft sehr stolz auf das Können ihrer Kinder, aber sie vergessen, dass sie auch schnell überfordert sein können, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert”, sagte der Experte. „Es ist jedoch wichtig zu wissen, was sie tun müssen, wenn die Straßenbahn ausfällt, sie ihr Geld vergessen haben oder wenn sie doch mit einer fremden Person mitgegangen sind.”