Berlin: Keine Ansprüche wegen langer Wartezeiten auf Mallorca

Berlin: Keine Ansprüche wegen langer Wartezeiten auf Mallorca

Lange Wartezeiten auf dem Flughafen von Mallorca rechtfertigen keine Ansprüche an Veranstalter oder Fluggesellschaften. Das sagte Gabriele Francke, Geschäftsführerin der Verbraucherzentrale Berlin, am Freitag in einem Gespräch mit dem dpa- Themendienst.

Wegen der zeitweiligen Sperrung des Flughafens von Palma mussten am Freitag zahlreiche Touristen zum Teil stundenlang vor den Check-in-Schaltern ausharren. Auch etliche Abflüge an deutschen Flughäfen in Richtung Palma verschoben sich, einige davon erheblich.

Weil die Sperrung des Flughafens von der spanischen Regierung angeordnet wurde, handele es sich um „höhere Gewalt”, erläuterte Francke. Airlines und Veranstalter könnten daher nicht haftbar gemacht werden, Ansprüche auf Schadensersatz seien ausgeschlossen.

„Es gibt in solchen Fällen immer einige, die glauben, sie könnten auf diese Weise die Anzahlung für den nächsten Urlaub bekommen”, sagte Francke - in diesem Fall ohne viel Aussicht auf Erfolg. Aber auch wartende Passagiere, die sich auf dem Flughafen auf eigene Faust Verpflegung gekauft hatten, bekämen diese Kosten nicht erstattet.

Zwar gibt es nach einer Wartezeit von mehr als zwei Stunden einen Anspruch auf Betreuungsleistungen. Dazu zählt nach Angaben der Verbraucherschützerin auch Essen in angemessenem Umfang auf Kosten der Fluggesellschaft. Das bedeute aber nicht, dass Fluggäste sich Getränke und Essen einfach selbst besorgen dürfen und hinterher die Kosten abrechnen können.

Nicht möglich sind Reiserücktritte wegen der Angst vor möglichen weiteren Anschlägen. Allerdings habe die Verbraucherzentrale in Berlin bislang auch noch keine Anfrage in dieser Richtung bekommen, sagte Francke. „Anders als bei anderen Anschlägen wie in der Türkei.” Die deutschen Urlauber, die für die nahe Zukunft eine Mallorca-Reise gebucht haben, machten sich offenbar nicht soviel Sorgen, dass sie darüber nachdenken, lieber auf den Flug zu verzichten.

Gespräch: Andreas Heimann, dpa dpa/tmn ah to