Paderborn: „Horrorhaus”-Prozess: Gericht entscheidet über weitere Schritte

Paderborn : „Horrorhaus”-Prozess: Gericht entscheidet über weitere Schritte

Nach einer wochenlangen Hängepartie will das Landgericht Paderborn am Dienstag gegen 9 Uhr bekanntgeben, wie der Prozess um tödliche Misshandlungen in einem Haus in Höxter weitergeht. Gutachter Michael Osterheider hatte sich Mitte November bei seiner Vernehmung als Zeuge in Widersprüche verwickelt und sich anschließend krank gemeldet. Der Psychiater sollte im Auftrag des Landgerichts den Angeklagten Wilfried W. (47) beurteilen.

Ein vorläufiges Gutachten hatte der Professor der Uni Regensburg bereits abgeliefert. Als Zeuge aber hatte er über ein Gespräch mit Wilfried W. im Gefängnis in Detmold ausgesagt, bei dem er aber nicht persönlich dabei gewesen sein soll. Diesen Vorwurf der Verteidiger bestätigte eine Woche später sein wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Das Gutachten zur ebenfalls angeklagten Angelika W. liefert Nahlah Saimeh, Ärztliche Direktorin einer Gerichtspsychiatrie in Nordrhein-Westfaleb. Ob die Sachverständige für Osterheider einspringt, will das Gericht am 36. Verhandlungstag verkünden.

Der 47-jährige Wilfried W. und seine 48-jährige Ex-Frau Angelika W. sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Mehrere Jahre lang soll das Paar Frauen in das Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Frauen starben infolge der Quälereien.

(dpa)
Mehr von Aachener Nachrichten