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London: Großbritanniens Al Capone nach jahrelangen Ermittlungen verurteilt

London : Großbritanniens Al Capone nach jahrelangen Ermittlungen verurteilt

Der am meisten gefürchtete Gangsterboss Großbritanniens muss nach jahrelangen und Millionen von Pfund teuren Ermittlungen doch noch hinter Gitter.

Wie einst Al Capone in Chicago wurde der 52-jährige Terry Adams allerdings nicht wegen etlicher Morde oder Rauschgiftverbrechen, sondern lediglich für eine Finanzstraftat verurteilt. Wegen Schwarzgeldwäsche im Umfang von einer Million Pfund (1,5 Millionen Euro) verhängte ein Richter am Strafgerichtshof Old Bailey in London am Freitagabend eine siebenjährige Gefängnisstrafe.

Trotz umfangreicher Ermittlungen, die sich über nahezu ein Vierteljahrhundert hinzogen und rund zehn Millionen Pfund (15 Millionen Euro) kosteten, konnte Scotland Yard dem „Londoner Paten” keine Morde oder andere Schwerverbrechen nachweisen. Medienberichten zufolge vermutet die Staatsanwaltschaft aber, dass er in den 80er und 90er Jahren in bis zu 25 Morde im Verbrechermilieu verwickelt war.

„Sein Markenzeichen war die Fähigkeit, sich einer überzeugenden Beweisführung für Gewalt und andere Verbrechen zu entziehen, von denen er zweifellos profitierte”, räumte Staatsanwalt Andrew Mitchell ein.

Ganz ähnlich war 1932 der Chicagoer Unterweltboss Al Capone lediglich wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis gekommen. Adams, der während der Urteilsverkündung seiner Frau und seiner Tochter zuwinkte, kann bereits nach dreieinhalb Jahren einen Antrag auf vorzeitige Entlassung wegen guter Führung stellen.

Die zusätzlich zur Haft verhängte Geldstrafe von 750.000 Pfund dürfte er nach britischen Medienberichten „aus der Portokasse” zahlen. Sein persönliches Vermögen wird auf mindestens elf Millionen bis zu 200 Millionen Pfund geschätzt.