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Oldenburg: Größtes flugfähiges Flugzeugmodell der Welt

Oldenburg : Größtes flugfähiges Flugzeugmodell der Welt

Modellbau ist Kinderkram? Über solche Ansichten kann Reinhard Oetken aus dem niedersächsischen Oldenburg nur schmunzeln. Der 56-Jährige hat nach eigenen Angaben das größte mit Turbinen betriebene und zudem flugfähige Flugzeugmodell der Welt gebaut.

Der Airbus A380-900 im Maßstab 1:15 bringt es auf ein Gewicht von knapp 100 Kilogramm, eine Spannweite von 5,35 Meter und eine Länge von 5,25 Meter. Beim Anblick des spektakulären „Riesenvogels” leuchten nicht nur Kinderaugen.

„Ich habe gerade ein Kaufangebot abgelehnt, obwohl ich mir für das Geld ein richtiges Flugzeug hätte leisten können”, sagt Oetken. Zu sehr ist ihm sein Airbus ans Herz gewachsen. Kein Wunder. Innerhalb von zweieinhalb Jahren habe er etwa 2000 Arbeitsstunden und rund 23.000 Euro an Materialkosten dafür aufgewendet, sagt der Inhaber eines Geschäfts für Bürobedarf.

Detailgenauigkeit war für ihn Ehrensache. Die notwendigen Unterlagen beschaffte er sich deshalb nach eigenem Bekunden direkt beim weltbekannten Flugzeugbauer. „Der Konzern in Toulouse hat zugestimmt”, sagt Oetken, der sich über das gute Verhältnis zum Unternehmen freut. Die Fahrwerke seien in der Ausbildungswerkstatt des Nordenhamer Airbus-Werks hergestellt worden. Das Modell im XXL-Format sei schließlich auch ein guter Werbeträger. „Bei einem Tempo von 120 Stundenkilometern sieht das Flugbild sehr realistisch aus”, sagt Oetken.

Nachträglich will der Modellbauer noch eine Rauchanlage einbauen, um vier Kondensstreifen erzeugen zu können. Angetrieben wird das aus Holz, Styropor und glasfaserverstärktem Kunststoff bestehende Modell von kleinen Turbinen. Zwölf Liter Kerosin passen in die Tanks.

Derzeit hebt der Airliner aber nicht ab. Er kann noch bis Ende März in einer ehemaligen Tennishalle neben dem Flughafen Ganderkesee bei Bremen bestaunt werden. Anschließend will Oetken einige Probeflüge machen, bevor der „Riesenvogel” auf verschiedenen Modellflugtagen am Himmel kreisen soll. Selbst beteiligt ist der 56-Jährige an der Organisation der „AirShampoo Jet-Flugtage 2008” am 5. und 6. Juli in Ganderkesee.

„Es soll das weltgrößte Meeting seiner Art werden”, sagt der Oldenburger, der auch hier Großes vorhat. Der Rekord von 23.000 Zuschauern, die im vergangenen Jahr zu den traditionellen Modellflugtagen nach Ahlhorn kamen, solle gebrochen werden.

Damit Oetken seine stattliche Modellmaschine überhaupt starten kann, braucht er nicht nur zwei Helfer für die Startvorbereitungen. Er musste das Modell auch von einem Prüfer des Luftfahrtbundesamtes abnehmen lassen. Zwei Probeflüge seien vorgeschrieben. Ebenfalls notwendig war der Erwerb eines speziellen Modellpilotenscheins.

Außerdem gibt es in Niedersachsen keine Modellflugplätze, auf denen Modelle mit einem Gewicht von mehr als 25 Kilogramm zugelassen sind. Oetken hat sich deshalb Sondergenehmigungen für vier Flugplätze besorgt.

Ein Wunsch erfüllte sich allerdings noch nicht: Der Oldenburger hofft auf eine Begegnung seines Modells mit einem echten Airbus A380 auf einem Flugfeld.