Graben und Zaun an der Westseite um das ehemalige Reichstagsgebäude

Zehn Meter breit und zweieinhalb Meter tief : Ein Graben für den Bundestag?

Die Pläne, die der Ältestenrat jetzt beschlossen hat, sehen vor, das ehemalige Reichstagsgebäude an der Westseite mit einer Sicherungszone inklusive Zaun abzuriegeln.

Der Deutsche Bundestag in Berlin soll künftig mit einem Graben und einem Zaun gesichert werden. Nach einem Bericht der „Berliner Zeitung“ hat sich darauf Bau- und Raumkommission des Ältestenrates des Parlaments geeinigt. Einem Bericht des Berliner „Tagesspiegel“ zufolge fiel der Beschluss bereits 2018.

Den Plänen zufolge ist auf dem Platz der Republik vor der Westfassade ein etwa zehn Meter breiter und zweieinhalb Meter tiefer Graben geplant. Der westliche Eingang des ehemaligen Reichstagsgebäudes soll zudem mit einem Sicherungszaun versehen werden.

Dem Bericht zufolge sehen die Pläne den Bau eines sogenannten Aha-Grabens vor, der nur aus der Nähe zu erkennen ist und von Weitem den Blick unverstellt lässt. „Die Grundidee ist, maximale Sicherheit herzustellen, ohne den Blick auf das Gebäude und die Umgebung zu beeinträchtigen“, sagte eine Bundestagssprecherin dem „Tagesspiegel“.

Der Graben soll auf der einen Seite eine flache Böschung und auf der dem Gebäude zugewandten Seite eine steile Wand erhalten, um Unbefugten den Zutritt zum Parlament zu verwehren. „Spiegel-Online“ zitierte am Freitag eine Sprecherin der Berliner Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher: „Wir gucken natürlich, ob solche Sicherheitsmaßnahmen auch aus städtebaulicher Sicht ins Bild passen.“ Nach Angaben des Bundesamtes für Bauwesen werden derzeit sichere Zugangslösungen gesucht, die die Wirkung des Reichstagsgebäudes nicht beeinträchtigen. Art und Größe des Sicherungsstreifens seien aber noch offen.

Seit den Terrordrohungen gegen den Bundestag im Jahr 2010 können Besucher das Parlament nur noch durch mehrere Baracken betreten. Dieses Provisorium soll durch ein rund 6600 Quadratmeter großes Besucherzentrum am Rande des Tiergartens mit unterirdischem Zugang zum Bundestag ersetzt werden. Das auf rund 150 Millionen Euro geschätzte Projekt soll nach den bisherigen Plänen des Ältestenrates bis 2023 fertig sein. Rund um das Gebäude ist nach dem Bericht des „Tagesspiegel“ eine 50-Meter-Sicherheitszone geplant, die vor Terroranschlägen schützen soll.

Unterdessen ist seit wenigen Wochen der Friedrich-Ebert-Platz auf der Ostseite des Reichstagsgebäudes wieder für Fußgänger und Radfahrer in sitzungsfreien Wochen zugänglich. Die Zäune sollen nach Angaben von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki durch versenkbare Sperren ersetzt werden. Die Kosten übernimmt demnach der Bundestag.

(red)
Mehr von Aachener Nachrichten