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Monza: Formel-1-Rentner Schumacher genießt Privatleben: „Bereue absolut nichts”

Monza : Formel-1-Rentner Schumacher genießt Privatleben: „Bereue absolut nichts”

Renn-Rentner Michael Schumacher genießt sein neues, Formel 1 freies Privatleben und hat auch ein Jahr nach dem Rücktritt keinerlei Sehnsucht nach einem Comeback. Mit einem knappen, klaren „Nein” beantwortete der Rekord-Weltmeister die Frage, ob er nie den Wunsch nach einer Rückkehr in den Motorsport gehabt habe.

„Ich bin mit mir, meiner Familie und meinem Leben absolut im Reinen. Ich bereue absolut nichts”, äußerte er sich in einem Interview mit dem italienischen „Corriere della Sera” (Samstag-Ausgabe) ausführlich zu persönlichen und sportlichen Aspekten. Am Samstag stattete Schumacher Ferrari vor dem prestigeträchtigen Heimrennen in Monza einen Besuch ab, verabschiedete sich aber nach der Qualifikation wieder, ohne sich weiter zu äußern. Fast auf den Tag genau vor einem Jahr hatte Schumacher hier am 10. September 2006 nach seiner emotionsgeladenen Triumphfahrt beim Großen Preis von Italien die Ferrari-Crew per Funk über sein Karriereende informiert.

Mit Monza verbindet den 38 Jahre alten Kerpener aber nicht nur deshalb eine ganz besonders enge Beziehung. Auf dem Hochgeschwindigkeitskurs im Königlichen Park leitete Schumacher 2000 mit seinem Sieg die Wende im WM-Rennen ein. Dank dreier weiterer Erfolge in den anschließenden Grand Prix sicherte er sich den ersten WM-Titel mit den Roten. Für Ferrari war es gar der erste, erlösende WM-Triumph seit 21 Jahren. Von Emotionen überwältigt, weinte der Rheinländer gerührt.

Eine Saison später war Schumacher wieder von Emotionen überwältigt. Tief bewegt vom Anschlag am 11. September auf das World Trade Center in New York fuhr er absichtlich nur auf den vierten Platz, um auf dem Podium keine Erklärungen abgeben zu müssen. Fluchtartig verließ Schumacher 2001 das Fahrerlager nach dem Rennen.

Im „Corriere della Sera” tippt Schumacher, der mit dem italienischen Traditionsteam zwischen 2000 und 2004 fünf seiner insgesamt sieben Titel (1994 und 1995 mit Benetton) in Serie geholt hat, auf die Roten als Weltmeister: „Ferrari, weil wir das beste Team sind. Es wird sicherlich sehr schwer, aufzuholen. Aber ich halte an meinem Motto fest: Niemals aufgeben.” Beeindruckt zeigte sich der 91- malige Grand-Prix-Sieger vom McLaren-Mercedes-Piloten Lewis Hamilton: „Ich hätte nicht gedacht, dass er die WM anführen würde, darauf hätte wohl niemand gewettet.” Für ihn sei es „aber keine Überraschung”, dass der junge Brite stark fahre.

Sollte sein Sohn Mick den Wunsch haben, ebenfalls Rennfahrer werden zu wollen, würde Schumacher „erstmal tief durchatmen. Aber wenn es wirklich das wäre, was er will, dann würde ich ihn unterstützen, so wie es jeder Vater mit seinem Sohn machen würde”. Früher war der zweifache Familienvater - Tochter Gina Maria hat keine entsprechenden Ambitionen - eher gegen eine Motorsportkarriere seines Filius. Mick spielte gerne Eishockey.

Die Formel 1 komme ohne Schumacher „brillant” zurecht, was auch umgekehrt gelte, „auch wenn ich zugeben muss, dass ich in diesem Fall nicht wusste, wie es werden würde”, räumte er ein. Inzwischen hat er sich ans PS-Pensionärs-Dasein gewöhnt und genießt es, nicht ständig Termine zu haben. „Ich liebe es, die Zeit mit meiner Familie und Freunden zu verbringen, mit denen ich das viele Jahre nicht so machen konnte. Dann widme ich mich gerne meinen Hobbys: Fußball und Motorrad fahren”, sagte er der Zeitung.