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Beverly Hills: Eddie Murphy sagt Oscar-Moderation ab

Beverly Hills : Eddie Murphy sagt Oscar-Moderation ab

US-Komiker Eddie Murphy wird doch nicht die nächste Oscar-Verleihung am 26. Februar moderieren. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences gab am Mittwoch in Beverly Hills den Rückzug des Schauspielers („Beverly Hills Cop”) bekannt.

Damit folgt Murphy seinem Freund Brett Ratner, der nach schwulenfeindlichen Äußerungen den Job als Produzent der Gala abgegeben hatte. Ratner wurde mittlerweile durch Oscar-Preisträger Brian Grazer („A Beautiful Mind”) ersetzt.

Murphy unterstrich, dass er Ratners Abgang nicht als Affront verstanden habe. Er verstehe und unterstütze die Entscheidung beider Seiten, den Produzentenposten neu zu besetzen, sagte der 50-Jährige laut einer Mitteilung der Academy. „Ich habe mich wirklich darauf gefreut, Teil der Academy-Awards-Zeremonie für dieses Jahr zu sein”, sagte Murphy demnach. Er sei jedoch sicher, dass ein neues Team mit einem neuen Gastgeber gleichermaßen großartige Arbeit leisten werde.

Ratner hatte am Dienstag seinen Rückzug von der Oscar-Gala verkündet und damit die Konsequenzen aus einer Reihe verletzender Äußerungen gezogen. So hatte der Regisseur bei einer Veranstaltung für seinen und Murphys Film „Aushilfsgangster” gesagt, Proben seien etwas für „Schwuchteln”. Zudem hatte er behauptet, mit der Komikerin Olivia Munn geschlafen zu haben. Ratner musste diese Behauptung später öffentlich zurücknehmen.

Die Academy konnte rasch Brian Grazer als Ersatz präsentieren. Er wird gemeinsam mit Don Mischer die 84. Verleihung der Oscars produzieren, wie am Mittwoch mitgeteilt wurde. Grazers Hauptaufgabe wird nun zunächst sein, einen neuen Gastgeber für die Gala aufzutreiben.

Zum Glück für die Academy setzt sie das Debakel um Ratner und Murphy unter keinen allzu großen Zeitdruck. Die Entscheidung für Murphy war ungewöhnlich früh verkündet worden, im vergangenen Jahr wurden die Moderatoren Anne Hathaway und James Franco erst Ende November der Öffentlichkeit präsentiert.

Academy-Präsident Tom Sherak bemühte sich um Schadensbegrenzung und gab sich angesichts von Murphys Rücktritt verständnisvoll. Er könne nachvollziehen, wie Murphy auf den Rückzug seines kreativen Partners Brett Ratner reagiert habe, teilte Sherak mit und wünschte dem Schauspieler alles Gute.

Andere urteilten harscher. Der Komiker habe den Verleihern der Oscars und der gesamten Filmindustrie den Stinkefinger gezeigt, sagte ein Mitglied der Academy dem Branchenblatt „The Hollywood Reporter”. Ein Kollege sagte dem Bericht zufolge negative Auswirkungen für Murphys Karriere voraus. „Was zum Teufel hat er sich nur gedacht?” Allgemein war erwartet worden, dass Murphy seinen Marktwert durch die Rolle als Oscar-Gastgeber hätte steigern können. Der Stand-up-Komiker war in den 1980er Jahren dank Filmen wie „Nur 48 Stunden” und „Beverly Hills Cop” zu einem der bestbezahlten Schauspieler Hollywoods aufgestiegen.

Mittlerweile ist er aber vor allem als Stimme des Esels in den „Shrek”-Animationsfilmen bekannt. Seine Actionkomödie „Aushilfsgangster” enttäuschte an den Kinokassen und hat bislang weltweit erst 27 Millionen Euro eingespielt.

Womöglich ist Murphy all das aber auch egal. Kürzlich sagte er dem Magazin „Rolling Stone”, er wolle nur noch das tun, worauf er Lust habe. Sein 50. Geburtstag im April sei ein Wendepunkt gewesen. Vor zehn Jahren habe er noch gedacht, jedermann von seinem Können überzeugen zu müssen.