Nach Angriff auf Essener Bademeister : Bundesverband deutscher Schwimmbäder klagt über aggressive Gäste

Nach Angriff auf Essener Bademeister : Bundesverband deutscher Schwimmbäder klagt über aggressive Gäste

Nach einem Angriff auf Bademeister im Ruhrgebiet warnt der Vorsitzende des Bundesverbandes deutscher Schwimmbäder, Peter Harzheim, vor einer zunehmenden Aggressivität. „Die Stimmung in den Freibädern wird immer aggressiver“, sagte Harzheim der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Mittwoch).

Seit etwa 10 bis 15 Jahren werde es von Jahr zu Jahr schlimmer, habe er festgestellt. „Das ist eine erschreckende Entwicklung. Wir müssen da knallhart durchgreifen.“

In einem Essener Freibad soll eine Gruppe junger Männer zwei Bademeister und ein junges Mädchen attackiert haben. Die Zwölfjährige und einer der Bademeister kamen mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus, wie eine Polizeisprecherin am Dienstag berichtete. Beide seien wieder zu Hause. Von den Männern fehle bislang jede Spur.

Bei dem Vorfall am Montagabend habe die Gruppe von etwa acht Männern zunächst einen 22-jährigen Bademeister provoziert und dann geschlagen. Auch ein Kollege, der dem Angegriffenen zur Hilfe kam, sei attackiert worden. Erst als ein dritter Bademeister hinzukam, seien die jungen Männer weggelaufen. Auf ihrer Flucht soll einer der Männer das Mädchen geschlagen haben. Die Zwölfjährige und einer der Bademeister kamen mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus, konnten dieses aber nach kurzer Zeit wieder verlassen.

Nach dem Angriff hat die Stadt Essen die Zahl der Sicherheitsleute in dem Bad verdoppelt. Statt drei seien seit Dienstag täglich sechs Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma vor Ort, sagte eine Sprecherin der Stadt am Mittwoch. „Über die Respektlosigkeit der Täter bin ich empört“, so Oberbürgermeister Thomas Kufen. Neben einer Anzeige werde gegen die Angreifer auch ein Hausverbot ausgesprochen. Zuvor hatte die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ über die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen berichtet.

(dpa)
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