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Köln: Bruce Darnell: „Ich hab nicht geweint”

Köln : Bruce Darnell: „Ich hab nicht geweint”

Mit der ProSieben-Castingshow „Germanys Next Topmodel” ist Bruce Darnell quasi über Nacht bekannt geworden. Vor allem durch seine emotionalen Ausbrüche entwickelte sich der Choreograf und Laufstegtrainer zum Publikumsliebling und hatte bald so großen Erfolg, dass er nun mit der ARD über seine eigene Fernsehshow verhandelt.

Wenig begeistert reagierte darauf ProSieben. Der Sender gab inzwischen bekannt, dass Darnell in der dritten Staffel der „Topmodel”-Sendung nicht mehr mit dabei sein wird. Dies erfuhr Darnell nach Angaben seines Managements erst aus den Medien.

Mit dem 50-jährigen gebürtigen US-Amerikaner, der selbst ein erfolgreiches Model war und unter anderem für Designer wie Hermès oder Calvin Klein über den Laufsteg ging, sprach ddp-Korrespondentin Marina Antonioni in Köln.

Herr Darnell, empfinden Sie Ihren Ausstieg bei „Germanys Next Topmodel” als Rauswurf?

Darnell: Das würde ich nicht so sagen. Es sind wirklich alles sehr nette Leute bei ProSieben, und ich muss mich bedanken, dass sie mir die große Chance gegeben haben, für sie zu arbeiten. Ich danke auch Heidi Klum dafür, dass sie mir dieses Sprungbrett gegeben hat. Von Rauswurf würde ich auf keinen Fall reden. Solche Dinge passieren einfach im Leben. So ist das nun mal.

Sie hatten bis zuletzt - unabhängig von Ihren Verhandlungen mit der ARD - noch mit Gastauftritten in der „Topmodel”-Show gerechnet. Die gibt es nun auch nicht mehr.

Darnell: Klar bin ich ein bisschen traurig und enttäuscht, dass ich nicht die Möglichkeit habe, mit diesen Mädchen weiter zu arbeiten und sie auf den richtigen Weg zu bringen. Aber ich muss mich auf meine Zukunft vorbereiten. Das ist für mich auch sehr, sehr wichtig. Ich bin immer der Meinung, wenn eine Tür zugeht, geht eine andere auf. So ist mein Leben, das ist mein Schicksal im Moment. Ich bin keinem Menschen böse.

Was können Sie über die geplante ARD-Show schon verraten?

Darnell: Fakt ist: Die ARD hat mich angerufen, ich habe mehrmals mit den netten Leuten dort gesprochen, aber es gibt noch nichts Schwarz auf Weiß. Deswegen kann ich dazu nicht viel sagen. Das ist die Wahrheit. Sobald ich etwas mehr weiß, werde ich das auch mitteilen.

Es hat den Eindruck, dass Sie der eigentliche Gewinner von „Germanys Next Topmodel” sind. Man sieht Sie häufiger in Werbekampagnen als die Gewinnerinnen der ersten beiden Staffeln. Sehen Sie das auch so?

Darnell: Es ist wirklich eine tolle Sache, dass C&A mich für die Werbekampagne ins Boot geholt hat. Man muss allerdings auch wissen: Mein Management verbindet eine ganz lange Geschäftsbeziehung mit ihnen, und ich habe ja lange als Model in der Modebranche gearbeitet und tue das immer noch. Aber was die Models aus der Sendung betrifft: Sie arbeiten auch. Die Mädchen sind alle auf ihrem Weg. Sie arbeiten sehr gut und verdienen Geld. Es ist nicht so, dass sie nichts tun.

Wie sollen denn die neuen Kandidatinnen in der dritten Staffel ohne Sie auskommen?

Darnell: Es ist ein großes Kompliment, dass Sie das sagen. Aber jeder Mensch im Leben ist ersetzbar, das ist meine Meinung. Klar, ich denke schon, dass einige Leute mich vermissen werden. Aber ich bin nicht komplett weg, ich habe meine Projekte, mache meine Modenschauen und gehe meinen Weg. Ich bin auf jeden Fall immer noch da für das deutsche Publikum, und wenn eine gute Sache zu mir kommt, die zu mir passt, dann mache ich das. Fakt ist: Ohne mich wird „Germanys Next Topmodel” weitergehen. Und ich denke, sie werden Megaquoten haben.

Sie waren in der Show beliebt und bekannt für Ihre Gefühlsausbrüche. Sind auch Tränen geflossen mit Blick auf Ihren Abschied aus der Show?

Darnell: Nein, ich habe nicht geweint. Das ist jetzt einfach ein neuer Weg für mich. Ich bin immer noch sehr emotional. Ich spreche auch über meine Gefühle. Und wenn mir etwas weh tut, weine ich, so bin ich. Aber ich habe nicht geweint, weil ich nicht mehr bei der dritten Staffel dabei bin. Das ist so alles schon in Ordnung. Das Leben ist Schicksal. So bezeichne ich das einfach.