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München: Bayrisch für „Preißn”: Ein Online-Lexikon hilft beim Wiesn-Besuch

München : Bayrisch für „Preißn”: Ein Online-Lexikon hilft beim Wiesn-Besuch

„Zuagroasde” (Nicht-Bayern) haben es oft schwer auf dem Münchner Oktoberfest. Nicht selten erhält der „Preiß” beim Ansprechen eines waschechten Bayern nur ein verständnisloses „Hä”? oder ein „Wos host gsogt?” (Wie bitte?).

Das Wiesn-Lexikon auf http://oktoberfest.de bereitet den Wiesn-Besucher auf solche Situationen vor und stattet ihn mit dem nötigen Grundwortschatz aus. Unter anderem hilft dies bei der Bestellung von Essen und Trinken, sofern man ausreichend „Diridari” (Geld) dabei hat. Auf dem Oktoberfest ist nämlich alles recht „deia” (teuer).

So kann auch der „Preiß” die regionalen Schmankerl wie „Leewakaas” (Leberkäse), ein halbes „Hendl” (Hähnchen), „an Obazdn” (bayerische Käsespezialität mit Camembert, Zwiebeln, Paprika, Kümmel und Butter) oder „a Wammerl” (Bauchfleisch, oft geräuchert, mit Sauerkraut serviert) bestellen. Dazu ordert man in den Wiesn-Zelten „oa Bia” (eine Maß Bier) zum „zuabroosddn” (zuprosten).

Nach mehreren „Prosits der Gemütlichkeit” von der Blaskapelle wird die Stimmung in der Regel „griabig” (gemütlich). Dann ist die Banknachbarschaft „bsuffa” (besoffen) und will nicht selten „obandln” (flirten) und „busseln” (küssen). So mancher nimmt von der Wiesn ein „Gschbuusi” (Freundin) nach Hause.

Bei Komplimenten wie „Sacradi, bist Du a feschs Derndl!” (Wahnsinn, bist Du eine tolle Frau!) oder „Spinn i, host Du vui Hoiz vor der Hüttn!” (Wahnsinn, hast Du viel Oberweite!) sollte man sich und seine Begleiterin allerdings vor unliebsamer Tuchfühlung schützen. Man hat es nicht selten mit einem Zeitgenossen zu tun, der „ogschdocha”, sprich „angestochen”, und auf Hochdeutsch betrunken ist und im schlimmsten Fall auch noch „gamsig” (in sexuellem Notstand).

Vor diesen Gästen sollte man sich schleunigst mit einem deutlichen, aber höflichen „Pfiad Eana” (Auf Wiedersehen) verabschieden, auch auf die Gefahr hin, dass das männliche Gegenüber „eigschnappt” (beleidigt) ist.

Noch einfacher gelingt die Verständigung beim weltgrößten Volksfest mit dem neuen „Talk-Shirt” von Langenscheidt. Damit braucht man gar nicht Bayrisch zu lernen, das Deuten reicht. Auf der Vorderseite des Shirts sind die wichtigsten Bedürfnisse des Wiesn-Besuchers als Symbole dargestellt. So kapiert jeder, dass man „bieseln” (Wasser lassen) muss, wenn man auf das Zeichen für „Buam” (Männer) und „Madln” (Frauen) zeigt.

Ein Symbol für eine „Brezn” (Laugengebäck) hilft bei der Essensbestellung, ein großes Feld auf dem Rücken, auszufüllen mit der Telefonnummer des Shirt-Trägers, sorgt für neue Bekanntschaften. Wer am Ende auch noch mit einem „Fetznrausch” (völlig betrunken) nach Hause gelangen will, kann den „Home-Button” ausfüllen: Hier trägt der Wiesn-Gast schon vor der ersten Maß die Adresse seiner Unterkunft ein, so dass er sie für die Heimfahrt lediglich dem Taxifahrer zeigen muss.