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Hildesheim: Attacke in Kenia: Neues Verfahren für Prinz Ernst August in Sicht

Hildesheim : Attacke in Kenia: Neues Verfahren für Prinz Ernst August in Sicht

Das Verfahren um die Prügelattacke von Prinz Ernst August von Hannover in Kenia wird möglicherweise neu aufgerollt. Auch die Staatsanwaltschaft Hildesheim befürworte ein Wiederaufnahmeverfahren.

Eine entsprechende Stellungnahme sei beim Hildesheimer Landgericht eingegangen, sagte Gerichtssprecher Jan- Michael Seidel am Sonntag und bestätigte damit einen Bericht des Magazins „Spiegel”. Grundlage ist demnach die Aussage der Ehefrau des Prinzen, Caroline von Monaco.

Der Welfenprinz war 2004 vom Landgericht Hannover zu einer Geldstrafe von 445 000 Euro wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden. Nach Überzeugung der Richter, hatte der 54-Jährige einen Disco-Besitzer in Kenia geschlagen. Der Adlige will in einem neuen Prozess eine Verurteilung wegen tätlicher Beleidigung oder höchstens einfacher Körperverletzung erreichen.

Caroline von Monaco hat laut „Spiegel” bezeugt, dass ihr Mann keinen Schlagring oder ein anderes Hilfsmittel benutzte und zudem keine Helfer hatte. Prinzessin Caroline hatte im August unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt. Die Einlassungen seien von der Staatsanwaltschaft als „widerspruchsfrei” und „nachvollziehbar” bewertet worden, sagte Seidel. Es erscheine hinreichend wahrscheinlich, dass ein erneuter Prozess zu einer günstigeren Verurteilung für den Prinzen führe, zitierte Seidel die Stellungnahme der Staatsanwaltschaft.

Der zuständige Richter entscheide nun innerhalb der kommenden zwei Wochen darüber, ob das Verfahren wieder aufgenommen wird. Wann es im Fall einer positiven Entscheidung dann zu einem neuen Prozess kommt, sei noch völlig unklar, sagte Seidel: „Das lässt sich überhaupt nicht absehen.”

Ernst August war erst in der vergangenen Woche vor dem Landgericht Hannover mit einer Schadenersatz-Klage gegen seinen damaligen Anwalt gescheitert. Dieser hatte in dem Prozess eine Erklärung seines Mandanten verlesen, die von dem Prinzen nicht ausdrücklich autorisiert worden war. In der Stellungnahme damals hieß es unter anderem, der Prinz schließe nicht aus, dass ihm vor der Attacke ein Gegenstand in die Hand gedrückt worden war.