Tod beim Flitterwochen-Sex: Angeklagter für schuldfähig befunden

Tod beim Flitterwochen-Sex : Angeklagter für schuldfähig befunden

Der wegen Mordes an seiner Ehefrau vor dem Krefelder Landgericht stehende Personalvermittler ist nach Ansicht eines psychiatrischen Gutachters voll schuldfähig. Es gebe keine Anhaltspunkte für eine verminderte Schuldfähigkeit des 52-Jährigen, führte der Sachverständige am Dienstag nach Angaben eines Gerichtssprechers aus.

Unterdessen erteilte das Landgericht den rechtlichen Hinweis, dass auch eine Verurteilung des Mannes lediglich wegen fahrlässiger Tötung in Betracht komme. Begründet wurde dies nicht.

Der Angeklagte ist wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Seine 49-jährige Ehefrau hatte kurz nach der Hochzeit bei Sadomaso-Praktiken eine lebensgefährliche innere Verletzung erlitten und war verblutet. Obwohl ihm der Ernst der Lage bewusst gewesen sein soll, habe der Mann tagelang keinen Rettungsdienst gerufen, wirft ihm die Staatsanwaltschaft vor. Der Angeklagte hatte dies bestritten. Er habe ihre Beschwerden unterschätzt.

Rechtsmediziner kamen zu dem Ergebnis, der 49-Jährigen müsse ein Gegenstand mit Widerhaken eingeführt worden sein. Beim Herausziehen sei es zu einem Darmabriss gekommen. Auch dies hatte der 52-Jährige bestritten. Der Sohn des Opfers hatte berichtet, seine Mutter habe sich vor Misshandlungen des Mannes einmal in eine Psychiatrie, ein anderes Mal in ein Frauenhaus geflüchtet.

(dpa)
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