Ulm: Abgehoben bei Tempo 200: Unfall mit zwei Toten vor Gericht

Ulm : Abgehoben bei Tempo 200: Unfall mit zwei Toten vor Gericht

Nach einem schweren Unfall mit zwei Toten bei Tempo 200 muss sich ein 28 Jahre alter Raser vor dem Amtsgericht Ulm verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm fahrlässige Tötung in zwei Fällen, fahrlässiger Körperverletzung und vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs vor.

Laut Anklagebehörde wollte der Mann Anfang Oktober 2017 auf einer holprigen Landstraße unweit von Amstetten (Baden-Württemberg) drei Freunden mit seinem 500 PS starken Auto den Nervenkitzel des „gefühlten Abhebens” zeigen.

Für die beiden tödlich Verunglückten kam jede Hilfe zu spät: Feuerwehrleute, Sanitäter und Polizisten an der Unfallstelle. Foto: Thomas Pöppel/dpa

Ein 15-Jähriger und eine 24 Jahre alte Frau starben noch an der Unfallstelle. Ein 16-Jähriger schwebte zunächst in Lebensgefahr. Der 27 Jahre alte Fahrer des Wagens erlitt leichte Verletzungen. Auf der Landstraße, die wegen mehrerer Kuppen allgemein als gefährlich gilt, sei maximal Tempo 80 erlaubt gewesen.

Die Staatsanwaltschaft sprach am Donnerstag von einer „maßlosen Selbstüberschätzung” des Angeklagten. Bereits bei der zweiten Kuppe habe der hochmotorisierte Wagen „die Bodenhaftung und der Angeschuldigte sodann die Kontrolle über seinen Pkw verloren”. In 3,5 Metern Höhe sei der Wagen gegen Bäume gedonnert, die durch die Wucht des Aufpralls umknickten.

Zu den Ermittlungsakten gehört auch ein Video, das einer der Mitfahrer während der Todesfahrt aufnahm. Der Beschuldigte hat die Vorwürfe laut Staatsanwaltschaft eingeräumt.

(dpa)
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