Aachen: Aachener Brustkrebsspezialisten: Amputation absolute Ausnahme

Aachen: Aachener Brustkrebsspezialisten: Amputation absolute Ausnahme

Professor Nicolai Maass, Brustkrebs-Spezialist am Uniklinikum Aachen, betont, dass die Entfernung der Brust hierzulande die absolute Ausnahme ist, bundesweit komme man auf 300 bis 400 Fälle. Eine erbliche Veranlagung zu Brustkrebs besteht bei fünf, höchstens aber zehn Prozent.

Wenn bestimmte Risikokonstellationen gegeben sind, könnte familiärer Brustkrebs vorliegen und es bestünde dann für Träger einer veränderten Erbanlage ein Risiko von über 80 Prozent, selbst zu erkranken. Dies kann durch die Amputation der Brust auf fast null gesenkt werden.

Der Eingriff ist erheblich und reicht bis hin zur vollständigen Entfernung. Meist aber mache man Kompromisse, lasse genug stehen, um die Brust zu rekonstruieren. In der ersten Reaktion auf den genetischen Befund neigten die meisten, oft noch sehr jungen Frauen, dazu, „alles weg“ machen zu lassen. Nach längerer Überlegung ändert sich das oft zu einem „Lieber doch nicht“.

Professor Klaus Zerres, Direktor des Instituts für Humangenetik, bestätigt das äußerst hohe Risiko bei erblicher Vorbelastung sowie die Chance, dies durch eine Entfernung der Brust auf „unter zehn Prozent“ zu senken. (Der Gentest, der mehrere Tausend Euro kostet, wie auch die Operation wird, bei entsprechendem Befund, von der Kasse übernommen.) Bei der Kostenerstattung des Tests kommt es aber immer wieder einmal zu Problemen, „die Definition ‚familiäre Vorbelastung‘ kann schwierig sein“, wie Maass sagt, „drei Familienmitglieder und beiderseitiger Brustkrebs“ werde aber in aller Regel anerkannt.

(abt)
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